Sonntag, 18. Februar 2018

EU veröffentlicht elfte aktualisierte Liste der FFH-Gebiete in der alpinen biogeographischen Region

Die Europäische Union hat im EU-Amtsblatt L 15 vom 19. Januar 2018 den "Durchführungsbeschluss (EU) 2018/42 der Kommission vom 12. Dezember 2017 zur Annahme einer elften aktualisierten Liste von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung in der alpinen biogeographischen Region" veröffentlicht.

Die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB), (auch: FFH-Gebiete) stützen sich auf die Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

An der alpinen biogeographischen Region haben die EU-Staaten Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien und Spanien Anteil. Die EU hat Anteil an neun biogeographischen Regionen.


Freitag, 16. Februar 2018

Koalitionsvertrag 2018 zwischen CDU/CSU/SPD bekennt sich zum Zwei-Prozent-Ziel Wildnis

Der zwischen den Parteien CDU, CSU und SPD vereinbarte Koalitionsvertrag vom 07.02.2018 für die kommende Legislaturperiode in Deutschland bekannt sich zum Zwei-Prozent-Ziel Wildnis.

Zur Unterstützung der Umsetzung des Zwei-Prozent-Ziels soll ein Wildnisfonds zur Verfügung gestellt werden, mit dem die Länder bei der Umsetzung des Zwei-Prozent-Ziels unterstützt werden sollen.

Im Abschnitt "Schutz der biologischen Vielfalt" des Koalitionsvertrags werden u.a. die folgenden weiteren Festlegungen getroffen:
  • Die Umsetzung der nationalen Strategie der biologischen Vielfalt soll forciert werden.
  • Das erfolgreiche Programm "Nationales Naturerbe" wird mit einer vierten Tranche über 30.000 Hektar, darunter 20.000 Hektar von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, fortgesetzt.
  • Das Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" soll fortgeführt werden.
  • Die Mittel für „chance.natur–Bundesförderung Naturschutz“ sollen erhöht werden.
  • Zusammen mit den Ländern soll ein Aktionsplan Schutzgebiete erarbeitet werden.
  • Das Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland" soll weiter umgesetzt werden.
  • Es soll eine Moorschutzstrategie erarbeitet werden.
  • Zur Erhöhung der Arten- und Biotopvielfalt in den Städten soll ein Masterplan zur Umsetzung des Weißbuchs "Grün in der Stadt" entwickelt und umgesetzt werden.
Das Zwei-Prozent-Ziel Wildnis wurde bereits im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (Biodiversitätsstrategie) der Bundesregierung am 7. November 2007 beschlossen (ebenfalls von einer großen Koalition). In den vergangenen Jahren haperte es bei der Umsetzung vor allem in den einzelnen Bundesländern. Der geplante Wildnisfonds soll den Ländern jetzt helfen, mehr Wildnisgebiete auszuweisen. 

Mittwoch, 14. Februar 2018

Die Ramsar-Gebiete in Andorra

Der Pyrenäen-Kleinstaat Andorra hat drei Ramsar-Schutzgebiete. Im heutigen Post in diesem Blog sind die Ramsar-Gebiete von Andorra aufgelistet. Zukünftige Artikel in diesem Blog, die sich mit den Ramsar-Gebieten Andorras befassen, werden vom heutigen Post aus verlinkt.

Die Ramsar-Konvention ist ein internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete. Das Ramsar-Übereinkommen wurde am 02.02.1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen.

In Andorra ist die Ramsar-Konvention erst am 23. November 2012 in Kraft getreten. Das Land hat zur Zeit drei Ramsar-Gebiete. Sie umfassen eine Fläche von 6.870 Hektar. Das sind beachtliche 14,7 Prozent der Staatsfläche. 

Das größte Ramsar-Gebiet von Andorra ist Vall de Madriu-Perafita-Claror mit einer Fläche von 4.247 Hektar. Das kleinste Ramsar-Gebiet von Andorra ist Parc naturel de la vallée de Sorteny mit einer Fläche von 1.080 Hektar.

Andorra tritt der Ramsar-Konvention bei im Post vom 02.09.2012

Die Ramsar-Gebiete Andorras im Einzelnen:

Montag, 12. Februar 2018

Frankreichs Biosphärenreservat "Delta du Rhône - Camargue" erfüllt die Kriterien des UNESCO-MAB-Programms

Das französische Biosphärenreservat Delta du Rhône - Camargue hat im Jahr 2017 einen Bericht an das MAB-Programm der Unesco gesendet. Das Internationale Koordinierungs-Komitee (ICC) des MAB-Programms der UNESCO hat bei seiner 29. Sitzung vom 12. bis 15.06.2017 diesen Bericht begrüßt und festgestellt, dass das Biosphärenreservat Delta du Rhône - Camargue die Kriterien erfüllt.

Dies ist bereits der dritte Bericht des Biosphärenreservats an die UNESCO. Das Biosphärenreservat wurde im Jahr 1977 anerkannt. Im Jahr 2000 wurde der erste Bericht erstellt. Im Jahr 2006 wurde das Biosphärenreservat erweitert und umbenannt. Der zweite Bericht wurde im Jahr 2006 abgefasst. Darauf hat das ICC empfohlen, die nachhaltige Entwicklung in einem regionalen Rahmen weiterzuführen. Zudem wurde um Aufklärung in Bezug auf die Zonierung des Biosphärenreservats gebeten. Die Zonierung sollte zudem besser kompatibel mit den Managementstrukturen sein.

Seit dem letzten Bericht hat das Biosphärenreservat Land von der Compagnie de Salins du Midi erworben. Zudem wurden mehrere Kernzonen geschaffen einschließlich des westlichen Teils de Biosphärenreservats. Die Zonierung des Biosphärengebiets entspricht nun den Kriterien für Biosphärenreservate.

Das Biosphärenreservat Delta du Rhône - Camargue ist eines von zur Zeit 14 Biosphärenreservaten in Frankreich. Es hat eine Fläche von beachtlichen 193.000 Hektar. Die Kernzone ist 25.000 Hektar groß. Die Pflegezone umfasst 106.000 Hektar. Die Entwicklungszone ist 62.000 Hektar groß. Die Koordinaten sind 44°33'"N-6°4'33"E.

Samstag, 10. Februar 2018

Neuer stadtnaher Park (Parque Periurbano de Conservación y Ocio) "Las Quinientas" in der Region Extremadura

Mit der Verordnung 16/2017 vom 14. Februar 2017 (veröffentlicht im Gesetzblatt am 20. Februar 2017) hat die spanische Region Extremadura den neuen stadtnahen Park Parque Periurbano de Conservación y Ocio “Las Quinientas” geschaffen. Der neue Park befindet sich im Gemeindegebiet von Berlanga in der Provinz Badajoz.

Das Naturschutzgesetz der Region Extremadura (Gesetz 8/1998 vom 26. Juni 1998) definiert die stadtnahen Parks (Parques Periurbanos de Conservación y Ocio) als relativ stadtnahe Gebiete, in denen sowohl der Naturschutz als auch die Freizeitaktivitäten eine Rolle spielen. Die Gebiete zeichnen sich durch Naturschätze von lokaler Bedeutung aus. Sie verfügen zudem über Einrichtungen für die intensive Freizeitnutzung.

Der neue Park hat eine Fläche von 250,23 Hektar. Der Park ist charakterisiert durch eine weitgehende Bedeckung mit Pinien- und Eukalyptuswäldern, die zusammen mit den Felsen und Schluchten ein malerisches Landschaftsbild abgeben.

Die Gemeinde Berlanga befindet sich im Südosten der Provinz Badajoz. Sie hat eine Fläche von 127,8 km² und 2.412 Einwohner. Die Provinz Badajoz befindet sich im Süden der autonomen Region Extremadura. Sie ist eine von zwei Provinzen dieser Region im Westen Spaniens. "Las Quinientas" ist der achte Parque Periurbano de Conservación y Ocio in der Region Extremadura.    

  

Mittwoch, 7. Februar 2018

IUCN bewertet Schweizer UNESCO-Weltnaturerbestätte Swiss Alps Jungfrau-Aletsch

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature, Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) hat in einer Untersuchung (Conservation Outlook) vom Jahr 2017 den Zustand aller UNESCO-Weltnaturerbestätten bewertet, darunter auch die Weltnaturerbestätte Swiss Alps Jungfrau-Aletsch in den Berner Alpen in der Schweiz.

Die Welterbestätte Swiss Alps Jungfrau-Aletsch hat die Gesamtbewertung "Good with some Concerns" (Gut mit einigen Sorgen und Befürchtungen) erhalten.

Als aktuelle Bedrohungen der Welterbestätte werden der Klimawandel und der Tourismus aufgeführt. 

Sonntag, 4. Februar 2018

Experte des Europarats empfiehlt Erneuerung des Europadiploms für französischen Mercantour-Nationalpark

Der vom Europarat beauftragte Experte Olivier Biber (Schweiz) hat den französischen Mercantour-Nationalpark am 6. und 7.09.2017 besucht und in seinem Bericht für die vom 27. bis 30.11.2018 stattfindende 38. Sitzung des Ständigen Komitees zur Berner Konvention des Europarats die Verlängerung des Europadiploms für den Mercantour-Nationalpark empfohlen.

Das Europadiplom für Schutzgebiete des Europarats wurde dem Mercantour-Nationalpark zum ersten Mal im Jahr 1993 zuerkannt. Das Europadiplom wurde in den Jahren 1998, 2003 und 2008 erneuert, wobei die Erneuerung im Jahr 2008 ohne vorhergehenden Vor-Ort-Besuch erfolgte. Im Jahr 2018 steht eine weitere Erneuerung des Europadiploms für den Mercantour-Nationalpark an. Der Mercantour-Nationalpark ist eines von sechs französisichen Schutzgebieten, die mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden sind.

Der Mercantour-Nationalpark wurde im Jahr 1979 mit einer Fläche von 215.000 Hektar gegründet. Die Kernzone ist 68.500 Hektar groß. Der Nationalpark befindet sich in den Departements Alpes-Maritimes und Alpes-de Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Der höchste Punkt im Nationalpark ist der Berg Cime de Gélas mit einer Höhe von 3.143 m ü NN. 

Seit der Verabschiedung des neuen französischen Nationalparkgesetzes im Jahr 2006 und der Carta des Parks im Jahr 2012 läuft die Kernzone unter der Bezeichung Coeur du parc, aire protégée réglementée. Die Umgebungszone heißt territoire des communes ayant vocation à adherer à la Charte du parc. 22 der 28 Gemeinden des Parks haben sich bisher der Carta des Parks angeschlossen.

Der Experte des Europarats hat den Nationalpark insgesamt gut bewertet und eine Verlängerung des Europadiploms für den Mercantour-Nationalpark empfohlen. Die Verlängerung ist mit vier Empfehlungen verbunden.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Drei neue Ramsar-Gebiete in Polen (Peatland of the Izera River Valley, Przemków Fish Ponds und Vistula River Mouth)

Polen hat im Januar 2018 drei neue Gebiete als Ramsar-Gebiete im Rahmen des internationalen Übereinkommens über Feuchtgebiete gemeldet. Das hat das Sekretariat der Ramsar-Konvention am 10.01.2018 veröffentlicht. Polen besitzt nunmehr 16 Ramsar-Gebiete mit einer Gesamtfläche von 151.958 Hektar.

Das erste neue Ramsar-Gebiet hat den englischen Namen Peatland of the Izera River Valley. Die Gebietsnummer des Gebiets ist 2319. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 529,4 Hektar und hat die Koordinaten 50°51'N 15°21'E.

Das zweite neue Ramsar-Gebiet hat den englischen Namen Przemków Fish Ponds. Die Gebietsnummer des Gebiets ist 2320. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 4.605,4 Hektar und hat die Koordinaten 51°34'26"N 15°48'40"E.

Das dritte neue Ramsar-Gebiet hat den englischen Namen Vistula River Mouth. Die Gebietsnummer des Gebiets ist 2321. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 1.748,1 Hektar und hat die Koordinaten 54°21'N 18°56'E.

Montag, 29. Januar 2018

UNESCO-Weltnaturerbestätte Dürrenstein in Niederösterreich

Das Gebiet Dürrenstein in Niederösterreich ist Teil der transnationalen und seriellen UNESCO-Weltnaturerbestätte Buchenwälder (engl.: Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and other Regions of Europe).

Steckbrief zum Gebiet Dürrenstein
Jahr der Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte: 2017
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Fläche: 1.867,45 Hektar
Pufferzone: 1,545.05 Hektar
Koordinaten: N:47°46'12" E:15°2'51"
Höhenlage: 800 - 1.800 m ü NN
Biogeographische Region: alpin

Das Wildnisgebiet Dürrenstein umfasst den größten Buchenurwald der Alpen. Das Gebiet hat eine Größe von ungefähr 3.500 Hektar. Das natürlichste Teilgebiet hat eine Fläche von 1.867,45 Hektar. Dieser Teil ist UNESCO-Welterbestätte geworden. Das Gebiet befindet sich im südwestlichen Teil von Niederösterreich in der Nähe der Grenze zum Bundesland Steiermark. Das Gebiet befindet sich südlich der Gemeinde Lunz am See südöstlich der steilen Hänge des Bergs Dürrenstein, 1.878 m ü NN.

Freitag, 26. Januar 2018

Das neue Projekt Internationaler Naturpark Rätikon


Im Dreiländereck Schweiz/Österreich/Liechtenstein gibt es zur Zeit Bestrebungen, einen Internationalen Naturpark Rätikon einzurichten.

Der Rätikon ist eine Gebirgsgruppe der Zentralen Ostalpen mit Höhen bis zu 2.964 m ü NN (Schesaplana). Über den Rätikon verläuft die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Das Dreiländereck Schweiz/Österreich/Liechtenstein befindet sich im Rätikon. Das Staatsgebiet von Liechtenstein befindet sich ausschließlich im bzw. am Rand des Rätikon. Der Rätikon trennt die Talschaften des Prättigau (Schweiz/Kanton Graubünden) und des Walgaus bzw. des Montafon (Österreich/Bundesland Vorarlberg).

Zur Zeit wird eine Machbarkeitsstude zum Projekt erstellt, die bis zum Frühjahr 2019 fertiggestellt sein soll. Die Idee zur Einrichtung des Naturparks geht von der Schweiz und dort von der Region Prättigau/Davos aus (Gemeinden Grüsch, Klosters-Serneus, Küblis, Luzein, Schiers und Seewis). Gemäß der Schweizer Gesetzgebung würde im Rätikon ein sogenannter Regionaler Naturpark eingerichtet. 

Im Schweizer Teil des geplanten Naturparks werden außer den oben genannten Gemeinden auch noch die Gemeinden Fideris, Furna und Jenaz in die Abklärungen einbezogen. In Österreich unterstützen die acht Gemeinden St. Gallenkirch, Tschagguns, Vandans, Brand, Bürserberg, Bürs, Nenzing und Frastanz das Projekt. Im Fürstentum Liechtenstein sind alle acht Gemeinden des Landes am Projekt beteiligt.

Die großartige Hochgebirgskette des Rätikon weist bisher kein Großschutzgebiet und nur ganz wenige örtliche Schutzgebiete auf.

Blick vom Gipfel der Schesaplana in Richtung Westnordwesten auf den Brandner Gletscher, den einzigen Gletscher des Rätikon