Donnerstag, 19. Oktober 2017

Albanyà in Spanien ist neues Schutzgebiet des dunklen Nachthimmels (Dark Sky Park)

Die in den USA beheimatete Organisation International Dark-Sky Association (ida), (Internationale Organisation des dunklen Nachthimmels) hat im Juli 2017 die Landschaft um die spanische Gemeinde Albanyà als International Dark Sky Park (Internationaler Park des dunklen Nachthimmels) anerkannt.

Albanyà befindet sich in der Region Katalonien in den Pyrenäen in der comarca (Landkreis) Alt Empordà und in der Provinz Girona. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 94,4 km².

Albanyà mit einer Gemeindefläche 94,39 km² liegt im äußersten Nordosten Spaniens im Quellgebiet des Flusses La Muga. Die ländliche Umgebung von Albanyà und die Nähe zur französisichen Grenze haben mit dazu beigetragen, den vergleichsweise dunklen Nachthimmel in diesem Gebiet zu bewahren. 

In den letzten Jahren haben Bewohner begonnen, den Astrotourismus zu fördern. Dies soll ein Gegengewicht bilden zu der relativ schwachen Wirtschaft der Region. Inzwischen kommen Touristen aus ganz Katalonien und darüber hinaus, um den Sternenhimmel zu bewundern und um an organisierten Touren teilzunehmen. Die Hauptaktivitäten finden im Bassegoda-Park statt. Dort wurde im Juli 2017 ein neues 40 cm-Teleskop eingeweiht. Dies ist zur Zeit das größte Teleskop in der Provinz Girona.  

Hier gibt es eine Übersicht über die Gebiete des dunklen Nachthimmels (dark sky places) in Europa. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen dieser Gebiete befassen, verlinkt. 

Montag, 16. Oktober 2017

Unesco-Weltnaturerbestätte "Buchenwälder" in Österreich

Österreich besitzt fünf Flächen mit einer Größe von insgesamt 7.119,11 Hektar im Rahmen der seriellen und transnationalen Unesco-Weltnaturerbestätte "Buchenwälder".

Am 7. Juli 2017 hat das Welterbekomitee der Unesco bei seiner 41. Sitzung in Krakau der Erweiterung der seriellen Unesco-Welterbestätte Buchenwälder zugestimmt. Die Weltnaturerbestätte umfasste bisher Flächen in drei Staaten und hatte den Namen "Primeval Beech Forests of the Carpathians and the Ancient Beech Forests of Germany" (Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands). 

Seit dem 7. Juli 2017 umfasst die Welterbestätte 79 Flächen in zwölf Staaten und hat den neuen Namen "Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe" (Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas).

Die Gesamtfläche der Weltnaturerbestätte Buchenwälder beträgt 92.023,24 Hektar. Dazu kommen Pufferzonenflächen von insgesamt 253.815,38 Hektar.

Zu den neun Staaten, die im Jahr 2017 zum Unesco-Welterbe Buchenwälder hinzukamen, zählt auch Österreich. Dies ist die erste und bisher einzige Unesco-Weltnaturerbestätte in Österreich. 

Die Flächen in Österreich im Einzelnen:

Freitag, 13. Oktober 2017

Schweizer Bundesrat verordnet zusätzliche Biotope und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung

Gemäß einer Pressemitteilung vom 29.09.2017 hat der Schweizer Bundesrat (die Regierung der Schweiz) bei seiner Sitzung am 29.09.2017 die Revision der Bundesinventare der Biotope und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung genehmigt.

Damit erhöht sich der Anteil der in den Inventaren verzeichneten Gebiete an der gesamten Landesfläche um 16.000 Hektar und von 1,8 auf 2,2 Prozent. Die Ausdehnung der nationalen Schutzgebiete der Schweiz ist ein wichtiger Bestandteil für die Erreichung der Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz. Bereits am 06.09.2017 hat der Bundesrat den Aktionsplan Biodiversität Schweiz in Kraft gesetzt. Dieser Plan umfasst bedeutende Mittel, um die nationalen Schutzgebiete in einem guten Zustand zu erhalten.

Als interessantes Detail ist zu nennen, dass allein durch den Gletscherrückgang der vergangenen Jahrzehnte ca. 3.000 Hektar neue "unproduktive" Auen entstanden sind, die jetzt Aufnahme in die entsprechende Liste der Biotope von nationaler Bedeutung gefunden haben.

Es gibt in der Schweiz sechs Bundesinventare der Biotope von nationaler Bedeutung:

Dienstag, 10. Oktober 2017

Europarat will Europadiplom für polnischen Białowieża-Nationalpark nicht erneuern

Das beratende Komitee des Europarats zum Europadiplom für Schutzgebiete hat bei seiner Sitzung vom 8. März 2017 in Straßburg beschlossen, das Europadiplom für den polnischen Nationalpark Białowieża nicht mehr zu erneuern.

Der Białowieża-Nationalpark soll zudem von der Liste der Schutzgebiete mit Europadiplom genommen werden. Die Behörden des Nationalparks sollen über diese Entscheidung informiert werden.

Die Erneuerung des Europadiploms für den Nationalpark Białowieża ist seit dem Jahr 2007 aufgeschoben worden, hauptsächlich wegen des Fehlens eines Managementplans. Nachdem im Jahr 2014 ein Managementplan verabschiedet worden war, entschied das beratende Komitee, den Nationalpark erneut zu besuchen. Dieser im Oktober 2015 erfolgte Besuch brachte einen positiven Eindruck, so dass die Experten eine Erneuerung des Europadiploms empfahlen.

Samstag, 7. Oktober 2017

Bodmin Moor in Südwestengland ist neues Schutzgebiet des dunklen Nachthimmels (Dark Sky Park)

Die in den USA beheimatete Organisation International Dark-Sky Association (ida), (Internationale Organisation des dunklen Nachthimmels) hat am 07. Juli 2017 die Landschaft Bodmin Moor als International Dark Sky Park (Internationaler Park des dunklen Nachthimmels) anerkannt.

Bodmin Moor ist eine abgeschiedene, abschüssige und mit Heide bedeckte Granitlandschaft in Cornwall in Südwestengland. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 208 km².

Bodmin Moor ist der größte der zwölf Gebietsteile des Schutzgebiets Cornwall. Dies ist eine "Landschaft von herausragender natürlicher Schönheit" (Area of outstanding natural beauty, AONB). Bodmin Moor ist der einzige der zwölf Gebietsteile, der nicht an das Meer angrenzt.



Die AONB ist eine Schutzgebietskategorie in England, die der Schutzgebietskategorie des Nationalparks ähnlich ist. Bodmin Moor in Cornwall ist die erste AONB in England, die als Gebiet des dunklen Nachthimmels anerkannt wurde.

Obwohl der größte Teil des Bodmin Moors in Privatbesitz ist, wurde das Gebiet im Jahr 2000 für die Öffentlichkeit freigegeben (open access). In den letzten 10 Jahren zieht Bodmin Moor immer mehr Touristen an, die den dunklen Nachthimmel des Gebiets beobachten wollen. Die Regierung von Cornwall hat ihren Willen gezeigt, den dunklen Nachthimmel über Bodmin Moor zu bewahren. Vor Ort wurden die Bewohner über den ökonomischen und kulturellen Wert des dunklen Nachthimmels geschult.

Hier gibt es eine Übersicht über die Gebiete des dunklen Nachthimmels (dark sky places) in Europa. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen dieser Gebiete befassen, verlinkt. 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Bundesland Salzburg verordnet Wildnisgebiet Sulzbachtäler im Nationalpark Hohe Tauern

Mit der Verordnung 86/2017 vom 06. September 2017 hat das Bundesland Salzburg das Sonderschutzgebiet "Wildnisgebiet Sulzbachtäler" im Nationalpark Hohe Tauern ausgewiesen.

Das Wildnisgebiet Sulzbachtäler befindet sich in der Gemeinde Neukirchen am Großvenediger im politischen Bezirk Zell am See. Das Schutzgebiet umfasst Teile des Untersulzbachtals und des Obersulzbachtals.

Es gibt im Bundesland Salzburg keine Schutzgebietskategorie "Wildnisgebiet". Das Problem hat man damit gelöst, dass man ein Sonderschutzgebiet ausgewiesen hat, das im Titel den Begriff Wildnisgebiet trägt. Gemäß dem Paragraph 8 des Salzburger Nationalparkgesetzes kann die Salzburger Landesregierung im Nationalpark Sonderschutzgebiete ausweisen. "In solchen Sonderschutzgebieten ist jeglicher Eingriff in die Natur und Landschaft untersagt."

Sonntag, 1. Oktober 2017

Kujataa Greenland (Grönland) ist neue Kulturlandschaft im Unesco-Welterbe

Das Welterbekomitee der Unesco hat bei seiner 41. Sitzung vom 2. bis 12. Juli 2017 in Krakau (Polen) die subarktische Farm-Landschaft Kujataa an der Südspitze Grönlands als Kulturlandschaft im Unesco-Welterbe anerkannt. 

Die neue Welterbelandschaft Kujataa umfasst eine Fläche von 34.892 Hektar. Das neue Welterbegebiet setzt sich aus fünf Teilflächen zusammen. Es befindet sich in der Gemeinde Kujalleq. Die fünf Teilflächen sind:
1. Qassiarsuk N 61°09’52’’ / W 45°35’53’’, 113,42 km²
2. Igaliku N 61°00’06’’ / W 45°22’29’’, 82,87 km²
3. Sissarluttoq N 60°53’48’’ / W 45°29’42’’, 3,39 km²
4. Tasikuluulik (Vatnahverfi) N 60°50’52’’ / W 45°23’24’’, 75,42 km²
5. Qaqortukulooq (Hvalsey) N 60°47’33’’ / W 45°50’04’’, 73,82 km²

Kujataa wurde unter dem Kriterium V als Welterbestätte nominiert. Kriterium V bedeutet: "herausragendes Beispiel einer historischen menschlichen Siedlung, Landnutzung oder Meeresnutzung, die repräsentativ ist für eine Kultur oder für mehrere Kulturen,  oder einer Interaktion zwischen Mensch und Umwelt, insbesondere wenn sie verwundbar geworden ist unter dem Aspekt irreversibler Veränderungen".

Donnerstag, 28. September 2017

675 Hektar neue Naturschutzflächen der NABU-Stiftung im Jahr 2016

Im Jahr 2016 hat sich die Gesamtfläche der im Besitz der NABU-Stiftung befindlichen Naturschutzflächen um 675 Hektar vergrößert. Das und vieles mehr steht im Jahresbericht 2016 der NABU-Stiftung.

Im Jahr 2017 feiert die NABU-Stiftung das 15jährige Bestehen. Das erste Schutzgebiet wurde jedoch viel früher angekauft. Lina Hähnle, die Gründerin der Vorgängerorganisation des NABU, des Bundes für Vogelschutz, kaufte im Jahr 1908 die Nachtigalleninsel in Lauffen am Neckar im heutigen Baden-Württemberg.

Zum 15jährigen Jubiläum liefert der Jahresbericht 2016 der NABU-Stiftung auch einige beeindruckende Zahlen. So wurden bisher 831 Kaufverträge unterzeichnet und 17.706 Hektar Fläche erworben.

Der Flächenbestand der NABU-Stiftung betrug am 31.12.2015 16.631,64 Hektar. Der Flächenzuwachs im Jahr 2016 betrug 682,27 Hektar. Dem stehen gegenüber eine Flächenkorrektur für Vorjahre von minus 3,55 Hektar sowie ein Flächenabgang 2016 von minus 7,44 Hektar. Damit ergibt sich ein Flächenbestand am 31.12.2016 von 17.302,92 Hektar.  

Die NABU-Stiftung engagiert sich inzwischen in 286 Schutzgebieten. In 41 Gebieten gab es im Jahr 2016 einen Flächenzuwachs bzw. die Gebiete wurden neu erworben.

Montag, 25. September 2017

Europadiplom für slowakischen Poloniny Nationalpark in Gefahr

Das beratende Komitee des Europarats zum Europadiplom für Schutzgebiete hat bei seiner Sitzung vom 8. März 2017 in Straßburg weitere Erkundigungen vor Ort und Abklärungen festgelegt, um über eine Verlängerung des Europadiploms für den slowakischen Nationalpark Poloniny zu entscheiden.

Die Experten des Europarats sollen den Nationalpark im Jahr 2017 ein weiteres Mal besuchen. Zudem sollen alle 25 Anhänge zum Managementplan ins Englische übersetzt werden.

Der Poloniny Nationalpark war in den vergangenen Jahren unter genauer Beobachtung des Europarats, vor allem wegen des langjährigen Fehlens eines Managementplans und wegen forstwirtschaftlicher Themen. Im Jahr 2015 gab es eine Empfehlung des beratenden Komitees, das Europadiplom, das dem Park im Jahr 1998 verliehen wurde, noch vor dem Ablauf seiner Gültigkeit am 18. September 2018 zu entziehen.

Freitag, 22. September 2017

Ammergauer Alpen sind neuer Naturpark in Bayern

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat mit einer Erklärung vom 27. Juli 2017 den neuen Naturpark Ammergauer Alpen mit Wirkung ab dem 01. August 2017 gegründet. Damit hat Bayern insgesamt 19 Naturparks.

Der neue Naturpark Ammergauer Alpen umfasst eine Fläche von ca. 22.738 Hektar. Der Naturpark erstreckt sich über die Gemeinden Oberammergau, Unterammergau, Ettal, Saulgrub/Altenau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien sowie das gemeindefreie Gebiet Ettaler Forst im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Der Naturpark Ammergauer Alpen umfasst keineswegs die gesamte Gebirgsgruppe der Ammergauer Alpen. Die westlichen Ammergauer Alpen bei Füssen sind ebensowenig Bestandteil des Naturparks wie die südlichen Ammergauer Alpen bei Garmisch-Partenkirchen. Dagegen sind Bereiche des Alpenvorlands nördlich von Unterammergau ebenfalls Bestandteil des Naturparks.