Sonntag, 30. August 2015

Rewilding Europe-Stiftung erklärt Oder-Delta zum achten Wildnisentwicklungsgebiet

Die Stiftung Rewilding Europe hat im Juni 2015 das Oder-Delta zum achten Wildnisentwicklungsgebiet in Europa erklärt.

Das Oder-Delta befindet sich beidseits der deutsch-polnischen Grenze im Hinterland der Ostsee. Rewilding Europe hat als die "Big Seven" des Oder-Deltas die folgenden Arten erklärt: Seeadler, Biber, Wisent, Elch, Wolf, atlantischer Stör und Kegelrobbe. Das Oder-Delta hat eine Größe von ca. 250.000 Hektar. Es ist eine Region mit einem reichen Mosaik von großen, wilden Ökosystemen an Land, im Meer und in den Süßwasserbereichen. 

Als Folge von Wildnisentwicklungsmaßnahmen, die bereits durchgeführt worden sind, ist das Oder-Delta heute eines der aufregendsten Wildnisgebiete im nördlichen Zentraleuropa. Die Wildnis kann auch für die lokale Bevölkerung zu neuem Einkommen führen, zumal sie nicht weit von Berlin, Stettin und verschiedenen Urlaubsorten an der Ostseeküste entfernt ist. 

Mittwoch, 26. August 2015

Schweiz revidiert die Inventare zu den Biotopen und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) der Schweiz hat die Inventare und Verordnungen zu den Biotopen und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung revidiert und in die Anhörung geschickt. Die Anhörung dauert vom 06.08. bis zum 06.11.2015. Die Natur- und Heimatschutzverordnung der Schweiz verpflichtet den Bund, die Inventare regelmäßig zu überprüfen und nachzuführen sowie die entsprechenden Verordnungen anzupassen.

Es gibt in der Schweiz sechs Bundesinventare zu den Biotopen und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung. Diese Inventare umfassen die Moorlandschaften, die Trockenwiesen, die Hochmoore, die Flachmoore, die Auen und die Amphibienlaichgebiete. Die Gesamtfläche der Biotope und Moorlandschaften wird sich als Folge der Revision erhöhen.

Die Biotopfläche der Hochmoore erhöht sich von 1.524 Hektar auf 1.568 Hektar. Bei den Flachmooren erhöht sich die Fläche von 19.223 Hektar auf 22.951 Hektar. Die Biotopfläche der Auen erhöht sich von 22.636 Hektar auf 28.994 Hektar. Bei den Amphibienlaichgebieten gibt es eine Erhöhung der Fläche von 13.937 Hektar auf 21.025 Hektar. Die Trockenwiesen und -weiden weisen zukünftig 28.788 Hektar Fläche auf gegenüber 23.658 Hektar vor der Revision. Die Moorlandschaften bleiben nahezu unverändert. Ihre Gesamtfläche erhöht sich nur ganz geringfügig von 87.367 Hektar auf 87.485 Hektar.

Die einzelnen Inventare haben zur Zeit den folgenden Stand: 

Samstag, 22. August 2015

De Boschplaat ist der erste Park zum Schutz des dunklen Nachthimmels (Dark Sky Park) der Niederlande

Die International Dark-Sky Association (IDA) hat im Juni 2015 dem niederländischen Schutzgebiet De Boschplaat den Titel "International Dark Sky Park" zuerkannt. Dies ist das erste niederländische Gebiet, das diesen Titel erhalten hat.

In einer Pressemitteilung schreibt die IDA unter anderem:

Die Länder Westeuropas gehören zu den Gebieten der Welt, die am meisten von der Lichtverschmutzung betroffen sind. Die Niederlande führen die Liste dieser Länder an mit einer relativ kleinen Landesfläche, einer großen Bevölkerungsdichte und der Tendenz, öffentliche Flächen stark zu beleuchten. Trotzdem gibt es in einigen Städten der Niederlande noch ein paar Plätze, die letzte Rückzugsräume für den dunklen Nachthimmel sind. Einer dieser geschützten Orte befindet sich auf einer Insel in der Nordsee. Dort ist kein elektrisches Licht erlaubt. Dieser Ort ist ein wichtiger Rastplatz für europäische Zugvögel auf ihrem Weg von und zu den Überwinterungsplätzen in Afrika. IDA erkennt nun diesen Ort, De Boschplaat, als International Dark Sky Park an.

Dienstag, 18. August 2015

Zum Bergrutschgebiet Alport Castles in Englands Peak District Nationalpark

Der Peak District Nationalpark in England ist mit einer Besucherzahl von ca. 22 Millionen pro Jahr der nach dem Fuji-Nationalpark in Japan meistbesuchte Nationalpark der Welt. Das hat seine Ursache aber nicht darin, dass der Peak District Nationalpark mehr zu bieten hätte als alle anderen Nationalparks der Welt. Vielmehr befinden sich um den Peak District Nationalpark zahlreiche Städte und Agglomerationen  Nordenglands (z.B. Manchester, Liverpool, Sheffield, Leeds), die für den starken Besuch des Nationalparks sorgen. 

Geologisch und landschaftlich kann man den Peak District in zwei sehr unterschiedliche Gebiete einteilen. Es gibt den sogenannten White Peak, eine Landschaft aus Kalksteinen mit tief eingeschnittenen Tälern und einer bäuerlichen Kulturlandschaft. Dem gegenüber steht der Dark Peak, eine Landschaft aus Sandsteinen mit riesigen Plateaubergen und einer großartigen Weltenferne. Besuchern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die nur einen oder wenige Tage für einen Besuch des Peak District Nationalparks zur Verfügung haben, sollten sich auf den Dark Peak beschränken. Denn der Dark Peak hält im Gegensatz zum White Peak Landschaften bereit, die für den Kontinentaleuropäer fremd und gleichzeitig großartig wirken.

Freitag, 14. August 2015

Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage ist das 42. Europaschutzgebiet der Steiermark

Das österreichische Bundesland Steiermark hat mit der Verordnung 51/2015 vom 23.04.2015 das neue Europaschutzgebiet "Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage" ausgewiesen. Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage ist nun ein FFH-Gebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Seine Fläche beträgt 17,9 Hektar. Dies ist bereits das 42. Europaschutzgebiet (= nationale Verordnung eines FFH-Gebiets bzw. Vogelschutzgebiets von Natura 2000) der Steiermark. 

Grund für die Ausweisung von Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage als Europaschutzgebiet ist der Schutz der Fledermäuse. Im Dachboden von Schloss Eggenberg gibt es zur Zeit die österreichweit letzte Wochenstube der vom Aussterben bedrohten Fledermausart der Großen Hufeisennase. Das neue Europaschutzgebiet hat zum Ziel, das Fledermausquartier und das angrenzende Jagdrevier in der Parkanlage des Schlosses zu erhalten. 

Montag, 10. August 2015

Griechenlands Menalon Trail ist der zehnte Qualitätsweg "Leading Quality Trails - Best of Europe"

Ende Mai 2015 wurde in Griechenland der Menalon Trail eröffnet. Die Europäische Wandervereinigung (EWV) hat diesen Weg mit dem noch relativ neuen Label "Leading Quality Trails - Best of Europe" ausgezeichnet. Mit diesem Label, das nach dem Vorbild des deutschen Labels "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" gestaltet ist, zeichnet die EWV herausragende Weitwanderwege in Europa aus.

Der Menalon Trail ist der erste Weitwanderweg in Griechenland, der mit dem Label ausgezeichnet worden ist. In Europa ist es der zehnte Weitwanderweg, der das Label erhalten hat. Der Menalon Trail verläuft auf der Halbinsel Poloponnes. Lis Nielsen, die Präsidentin der Europäischen Wandervereinigung, sagte bei der Eröffnung des Wegs: "In einer Zeit, in der sich Griechenland mit vielen Ansprüchen auseinandersetzt, ist es fantastisch zu sehen, wie sich die Einwohner einer ländlichen Region auf dem Peloponnes entscheiden, selbst etwas zu tun, um ihre Lebensverhältnisse zu ändern, und aktiv versuchen, ihren Wohnort für Wanderer attraktiv zu machen". 

Donnerstag, 6. August 2015

"Parc naturel marin de l’estuaire de la Gironde et de la mer des Pertuis" ist der siebte Meeresschutzpark Frankreichs

Mit der Verordnung 2015-424 vom 15.04.2015 hat das französische Umweltministerium den neuen Meeresschutzpark (Parc naturel marin) "Estuaire de la Gironde et de la mer des Pertuis" geschaffen. Dies ist bereits der siebte Meeresschutzpark Frankreichs.

Der neue Meeresschutzpark hat den nationalen Code FR9100007. Sein Zentrum befindet sich auf 45,92917 nördlicher Breite und -1,50838 Länge an der Atlantikküste. Seine berechnete Fläche beträgt 651.560 Hektar. Der Park erstreckt sich über 800 Kilometer Küstenlänge. Damit ist dies bisher der größte Meeresschutzpark Frankreichs (ohne Überseegebiete). 

Sonntag, 2. August 2015

Meseta Ibérica ist neues staatenübergreifendes Biosphärenreservat in Spanien und Portugal

Der Internationale Koordinierungsrat des MAB-Programms der Unesco hat auf seiner 27. Sitzung vom 8.-12.06.2015 in Paris das neue staatenübergreifende (transboundary) Biosphärenreservat "Meseta Ibérica" anerkannt. Das neue Biosphärenreservat befindet sich in Portugal und Spanien. 

Dies ist bereits das zweite staatenübergreifende Biosphärenreservat zwischen Portugal und Spanien. Portugal hat nun insgesamt acht Biosphärenreservate. Spanien hat nun insgesamt 47 Biosphärenreservate und befindet sich damit zusammen mit den USA an der Spitze der Staaten weltweit.

In Spanien erstreckt sich das neue Biosphärenreservat über die Provinzen Salamanca und Zamora. In Portugal sind die Provinzen Terra Quente und Fria betroffen. Das Biosphärenreservat umfasst eine Gesamtfläche von 1.132.606 Hektar, davon 475.241 Hektar in Spanien. Von der Gesamtfläche befinden sich 106.934 Hektar in der Kernzone, 636.654 Hektar in der Pufferzone und 389.018 Hektar in der Entwicklungszone. Das Biosphärenreservat umfasst eine große Bandbreite an Landschaften, orographischen Elementen und Landnutzungsformen. Die Höhenlage des Gebiets reicht von 100 Metern bis zu 2.000 Metern ü NN.