Montag, 23. Mai 2011

Stege im Naturschutzgebiet Federsee, Teil 2


Im vorangegangenen Post in diesem Blog ging es um den Federseesteg im oberschwäbischen Naturschutzgebiet Federsee. Dieser Steg feiert in diesem Jahr seinen hundersten Geburtstag und ist aus diesem Anlass grundlegend erneuert worden. Heute ist der Steg durch das Banngebiet Staudacher, ebenfalls innerhalb des Naturschutzgebiets Federsee, an der Reihe. Auch hier gibt es einen einhundertsten Geburtstag zu feiern.

Zunächst einmal zu den Unterschieden zwischen den beiden Stegen:
Für den Federseesteg wird eine Eintrittsgebühr erhoben. Der Steg durch das Banngebiet Staudacher ist kostenlos zu begehen.
Der Federseesteg führt auf den Federsee hinaus und hat ein Ende, von dem aus man wieder zurückgehen muss. Der Steg durch das Banngebiet Staudacher stellt eine Verbindung zwischen zwei Orten her. Über diesen Steg verläuft der Federsee-Rundweg.
Auf dem Steg durch das Banngebiet Staudacher sind im Gegensatz zum Federseesteg Fahrräder erlaubt.
Der Weg durch das Banngebiet Staudacher führt durch einen Moorurwald. Der Federseesteg führt durch Feuchtwiesen, Schilffllächen und über die offene Wasserfläche.
Der Federseesteg ist 1.500 Meter lang, der Steg durch das Banngebiet Staudacher ist 1.200 Meter lang.


Das Banngebiet Staudacher schützt einen Moorurwald. Dieses Gebiet ist eine der ältesten Wildnisflächen Baden-Württembergs und darüber hinaus eines der ersten privaten Naturschutzgebiete. Im Jahr 1911 kaufte Lina Hähnle, als engagierte Naturschützerin ihrer Zeit weit voraus, das Gebiet und stellte es unter Naturschutz. Lina Hähnle gründete im Jahr 1899 den Bund für Vogelschutz, den heutigen NABU. Heute ist das Banngebiet Staudacher im Flächenfundus der NABU-Stiftung.

Die Karte zeigt das Naturschutzgebiet Federsee (ohne die umgebenden weiteren Naturschutzgebiete). Das Banngebiet Staudacher ist die weiß umrandete dunkelgrüne Fläche links in der Karte. Bad Buchau ist in der Karte unten. 

Schnurgerade führt der Steg durch das Banngebiet Staudacher.
Der Steg führt auch über den Kanzachkanal hinweg. Über diesen Kanal wurde der Wasserspiegel des Federsees in früheren Jahrhunderten gesenkt. Inzwischen wird der Kanzachkanal aufgestaut, um eine Stabilisierung des Wasserspiegels und eine Wiedervernässung des Gebiets zu erreichen. Erst im Jahr 2002 wurde einige hundert Meter unterhalb des Aufnahmestandorts ein neues Wehr eingebaut. Durch dieses Wehr wird jetzt auch das Banngebiet Staudacher wieder vernässt. Zu erkennen ist dies an den Bäumen rechts im Bild. 
Moorlandschaft mit Birken und Kiefern im Banngebiet Staudacher
im Banngebiet Staudacher
Spannend bleibt, wie sich der Moorurwald durch die Wiedervernässung entwickeln wird.
Im Verlauf des Stegs befinden sich Informationstafeln.
Baumstumpf mit Spechthöhlen im Banngebiet Staudacher
Am Rand des Stegs befindet sich ein Gedenkstein für Lina Hähnle.
Birken im Banngebiet Staudacher
In Bad Buchau befinden sich am Rand des Naturschutzgebiets Federsee mehrere Großparkplätze. Von dort ist das Banngebiet Staudacher ausgeschildert. Die Entfernung vom nächstgelegenen Parkplatz bis zum Ende des Stegs ist 1,9 Kilometer. Hin und zurück sind somit 3,8 Kilometer zurückzulegen. Der Federsee-Rundweg ist 16 Kilometer lang.   

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