Mittwoch, 16. März 2011

Bolle di Magadino am Lago Maggiore


Die Mündung des Tessinflusses (Ticino) in den Lago Maggiore zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten in den Südalpen. Dieses Gebiet wird Bolle di Magadino genannt. Das italienische Wort Bolle bezieht sich auf die Methanblasen, die im Gebiet hin und wieder aufsteigen. Magadino ist eine Gemeinde am Lago Maggiore in der Nähe der Ticinomündung.

Geradezu verblüffend ist die Zahl der Schutzgebietskategorien, die das Gebiet betreffen.

Auf internationaler Ebene sind die Bolle di Magadino ein Ramsar-Gebiet. Zudem hat die Schweiz die Bolle di Magadino als Smaragd-Gebiet des Europarats gemeldet (die Smaragd-Gebiete des Europarats entsprechen den Natura 2000-Gebieten der EU).

Auf nationaler Ebene sind die Bolle di Magadino in verschiedenen Schutzgebietsinventaren verzeichnet. Das Gebiet ist ganz oder in Teilen im Verzeichnis der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, im Inventar der Amphibienlaichgebiete, im Aueninventar, im nationalen Inventar der Flachmoore, im Inventar der Moorlandschaften von nationaler Bedeutung, sowie Wasser- und Zugvogelreservat. Zudem sind die Bolle di Magadino ein kantonales Schutzgebiet des Kantons Tessin.



Kleiner Sandstrand an der Mündung des Ticino in den Lago Maggiore im Schutzgebiet Bolle di Magadino
Blick vom Südufer des Ticino in Richtung Nordnordwesten: das gegenüberliegende Ufer wurde in den letzten Jahren renaturiert. Vorher befand sich dort eine Kiesgewinnungsanlage. Das renaturierte Ticino-Delta wurde im Mai 2010 feierlich eröffnet.
Blick vom Südufer des Ticino in Richtung Nordnordosten: ca. einen Kilometer hinter dem renaturierten Nordufer des Ticino befindet sich der Flugplatz von Locarno, von dem zeitweilig Lärm auf das Gebiet ausgeht.
Auenwald in den Bolle di Magadino: das Verlassen des Wegs ist nicht zulässig und wäre auch nicht ratsam.
Nach der Renaturierung des Ticino-Deltas darf die Natur wieder selbst die Landschaft gestalten. Die Kiesinseln im Mittelgrund können sich zukünftig vergrößern, aber auch wieder verschwinden.
Blick vom Ticino-Delta in Richtung Westen auf das Delta der Maggia im Hintergrund links, im Vordergrund rechts ist eine Kiesinsel des Ticino-Deltas.
Südlich des Ticino befindet sich ein Wasseraltarm, der früher durch bauliche Eingriffe vom Ticino abgetrennt worden ist. Das Wasser des Altarms hat so gut wie keine Strömung und ist deshalb wärmer als das Wasser des Ticino.
Die Streuwiesen in den Bolle di Magadino sind das Relikt einer alten Kulturlandschaft.
Ein Naturlehrpfad mit Tafeln und Beobachtungspunkten führt durch die Bolle di Magadino. Es gibt verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Einer der besten Ausgangspunkte ist der Ort Magadino am Gambarogno-Ufer des Lago Maggiore. Magadino ist von Bellinzona aus mit dem Zug zu erreichen (im Jahr 2011 ist der Zugverkehr wegen Bauarbeiten für längere Zeit unterbrochen, dann Busersatzverkehr). Es gibt auch regelmäßigen Schiffsverkehr von Locarno nach Magadino. Mit dem Auto erreicht man Magadino von der Autobahnausfahrt Bellinzona Sud der A2 aus. Parkplätze gibt es beim Hafen östlich des Ortskerns.

Von Magadino aus führt ein bezeichneter Weg am Hafen vorbei in die Bolle di Magadino. Die verschiedenen Wege im Schutzgebiet sind auf Tafeln verzeichnet. Es gibt einige Stichwege und Vogelbeobachtungspunkte. Man kann sogar von Bellinzona über viele Kilometer entlang des Ticino zu den Bolle di Magadino wandern. Die zugelassenen Wege dürfen nicht verlassen werden. 

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