Freitag, 31. Dezember 2010

Südharz: Thüringen eröffnet seinen fünften Naturpark

Am Donnerstag, den 30. Dezember 2010 hat das deutsche Bundesland Thüringen seinen fünften Naturpark ausgewiesen. Der Naturpark Südharz befindet sich im Norden von Thüringen und im Südteil des Harzes. Der neue Naturpark Südharz ist 26.700 Hektar groß.

Damit ist der neue Naturpark Südharz der kleinste der Thüringer Naturparke. Dies sind die Daten der anderen Thüringer Naturparke:

Der Naturpark Thüringer Wald hat eine Größe von 208.000 Hektar und wurde im Jahr 2001 ausgewiesen. Der Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale hat eine Größe von 80.000 Hektar und wurde im Jahr 2009 ausgewiesen. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal hat eine Größe von 87.000 Hektar und wurde im Jahr 1990 ausgewiesen. Der Naturpark Kyffhäuser hat eine Größe von 30.500 Hektar und wurde im Jahr 2008 ausgewiesen.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Hamburgisches Wattenmeer auf Zielgerade für Unesco-Weltnaturerbe

Mit der Unterzeichnung des Antrags zur Aufnahme des Hamburgischen Wattenmeers in die Unesco-Weltnaturerbeliste durch den Hamburger Regierenden Bürgermeister kurz vor Weihnachten 2010 ist der letzte nationale Verwaltungsakt für diese zukünftige Weltnaturerbestätte vollzogen worden. Damit hat der Regierende Bürgermeister von Hamburg einen Punkt aus der Koalitionsvereinbarung von 2008 gerade noch rechtzeitig vor den für Februar 2011 anstehenden Neuwahlen in Hamburg umgesetzt.

Das Hamburgische Wattenmeer soll die bereits bestehende Unesco-Weltnaturerbestätte Wattenmeer ergänzen. Die Aufnahme des Hamburgischen Wattenmeers in die Weltnaturerbeliste wird voraussichtlich bei der Sitzung des Unesco-Welterbekommittees im Sommer 2011 erfolgen. Die bestehende Unesco-Weltnaturerbestätte Wattenmeer ist seit dem Jahr 2009 anerkannt.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Licht und Schatten im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist eines von zur Zeit 15 Biospärenreservaten in Deutschland. Und dieses Biosphärenreservat kann mit einigen Superlativen aufwarten.

Als einziges der deutschen Biosphärenreservate erstreckt sich das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe über 5 Bundesländer: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein. Die Federführung hat das Land Sachsen-Anhalt. Und die Länge des Schutzgebiets entlang des Flusslaufs Elbe ist 400 Kilometer, auch ein Rekord. Und auch die Größe des Biosphärenreservats ist für Deutschland rekordverdächtig, auch wenn die einzelnen Quellen verschiedene Angaben machen: die Unesco gibt eine Größe von 374.432 Hektar an, das Land Brandenburg nennt auf seiner Internetseite eine Größe von 343.000 Hektar und die Wikipedia gibt zur Zeit 278.660 Hektar an.

Montag, 27. Dezember 2010

Planung für ersten Nationalpark in Sizilien schreitet voran

Italien ist in 20 Regionen unterteilt und hat zur Zeit 24 Nationalparks. Aus diesen Zahlen kann man ableiten, dass einige Regionen Italiens mehr als einen Nationalpark besitzen. Was aus diesen Zahlen jedoch nicht hervorgeht ist der Umstand, dass es mit Friaul-Julisch Venetien und Sizilien auch zwei Regionen gibt, die bisher noch nicht über einen Nationalpark verfügen.

Das soll sich zumindest für Sizilien in absehbarer Zeit ändern. Es gibt Planungen für vier Nationalparks in Sizilien. Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen für den Nationalpark Iblei (Parco Nazionale degli Iblei).

Freitag, 24. Dezember 2010

Kärntens Nockberge werden bald Biosphärenpark

Die Nockberge im österreichischen Bundesland Kärnten sind zur Zeit einer von sieben Nationalparks in Österreich. Jedoch sind die Nockberge kein Nationalpark im Sinne der Unesco und auch nicht im Sinne der österreichischen Gesetzgebung. 

Die Nockberge entsprechen mehr einem Landschaftsschutzgebiet als einem Nationalpark. Denn fast nirgendwo im Bereich des Nationalparks Nockberge kann sich die Natur ohne Einfluss des Menschen ungestört entwickeln. Überall wird der Wald forstwirtschaftlich genutzt und die offenen Flächen werden beweidet.

Es ist deshalb seit langer Zeit klar, dass sich in der Zukunft irgendetwas am 1987 eingerichteten Nationalpark Nockberge ändern muss. Eine Möglichkeit wäre, die Nutzung durch den Menschen auf 75 Prozent der Fläche des Parks aufzugeben und damit die Bedingungen für die IUCN-Kategorie II (Nationalpark) zu erfüllen. Das lässt sich bei den bestehenden Eigentumsverhältnissen im Gebiet jedoch nicht verwirklichen. Eine andere Möglichkeit ist, das Label Nationalpark durch das Label Naturpark zu ersetzen. Damit bräuchte man nur die Beschriftung und die Informationstafeln auszutauschen. Im Gebiet selbst bliebe alles beim Alten.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Vierzehnter Geopark Deutschlands im Entstehen

Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus steht vor der Zertifizierung als Nationaler GeoPark. Damit wird Deutschland in absehbarer Zeit vierzehn zertifizierte Nationale GeoParks haben. Die bestehenden dreizehn Geoparks in Deutschland sind:

Bayern-Böhmen
Bergstraße-Odenwald
Eiszeitland am Oderrand
Grenzwelten
Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen
Inselsberg - Drei Gleichen
Kyffhäuser
Muskauer Faltenbogen
Ries
Ruhrgebiet
Schwäbische Alb
TERRA.vita
Vulkanland Eifel

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Neue Internetseite der Balearenregierung zu den Natura 2000 - Gebieten

Auf der Inselgruppe der Balearen gibt es 127 FFH-Gebiete mit einer Fläche von 201.882,8 Hektar und 55 Vogelschutzgebiete mit einer Fläche von 138.591,46 Hektar. Sie sind Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Die Regierung der spanischen autonomen Region der Balearen hat jetzt eine neue, hervorragend ausgestattete Internetseite freigeschaltet, die alle Natura 2000-Gebiete der Balearen präsentiert.


www.xarxanatura.es

Das katalanische Wort xarxa bedeutet "Netz" oder "Netzwerk". Es geht auf dieser Seite also um das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 für die Balearen.

Die Sprache der Seite ist katalanisch, einige Teile sind auch in spanischer (kastilisch) sowie in englischer Sprache verfügbar.  

Montag, 20. Dezember 2010

Neuer Internetauftritt des Nationalparks Gran Paradiso

Der älteste und bekannteste Nationalpark Italiens, der Nationalpark Gran Paradiso, hat seit dem Juli 2010 eine neue Internetseite.


Wie auf der Seite der Parks von Italien (www.parks.it) berichtet wird, hat die neue Internetseite des Nationalparks Gran Paradiso zwischen Juli und Anfang Dezember 2010 bereits 135.000 Besucher gezählt. Allein während des Sommers 2010 sind die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent und die Seitenaufrufe um 42 Prozent gestiegen. 

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Castilla-La Mancha plant Ausweisung des siebten Naturparks

Die spanische autonome Region Castilla-La Mancha plant die Ausweisung eines siebten Naturparks. Mit der Verordnung 215/2010 vom 28.09.2010 wurde die Raumordnung für die Naturgüter des geplanten Naturparks Sierra Norte de Guadalajara in Kraft gesetzt und das Prozedere für die Ausweisung des Naturparks in Gang gesetzt.


Freitag, 10. Dezember 2010

EU will den Schutz von Wildnisgebieten verstärken

Wildnis als eigenständige Schutzgebietskategorie, ein Register aller Wildnisgebiete, die Wiederherstellung degradierter Wildnisgebiete und die Schaffung neuer Wildnisgebiete aus zweiter Hand: das sind einige der Ziele, die die EU-Kommission jetzt anpacken will. Bei einer Konferenz am 16. und 17.11.2010 in Brüssel hat die EU-Kommission die weitere Strategie in Sachen Wildnis in Europa diskutiert und festgelegt. 

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Neuer Naturpark "Serra de Collserola" in Katalonien

Katalonien, eine autonome Region im Nordosten Spaniens, ist ein Land der Parks und der Schutzgebiete. Man kann aus deutscher Sicht nur den Hut ziehen vor den Anstrengungen und Erfolgen dieser Region beim Flächennaturschutz.

Erst vor wenigen Monaten wurde in Katalonien der neue Naturpark "El Montgri, les Illes Medes i el Baix Ter" an der Costa Brava eingeweiht (siehe den Post vom 20.09.2010). Jetzt gibt es bereits wieder einen neuen Naturpark, den Parc Natural de la Serra de Collserola. Der neue Naturpark ist bereits der 17. Naturpark auf Regionsebene in Katalonien (daneben gibt es noch einige Parks, die von untergeordneten Verwaltungsebenen ausgewiesen worden sind).

Dienstag, 7. Dezember 2010

Friends of the earth plädiert für drei Prozent Wildnisfläche in Tschechien

Hnuti DUHA, der tschechische Ableger der Umweltorganisation Friends of the earth Europe, hat jetzt gefordert, dass in Tschechien in den kommenden Jahrzehnten drei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiet ausgewiesen werden.

Diese Gebiete werden entsprechend der naturräumlichen Ausstattung des Landes vor allem Waldgebiete sein. Bis auf die Einrichtung von Wegen und Informationseinrichtungen für Besucher sollen in den zukünftigen Wildnisgebieten keinerlei Veränderungen und Einflussnahmen durch den Menschen erfolgen. Ziel der Wildnisausweisung ist, die Natur Tschechiens zu bewahren und den Besuchern ein bisher kaum bekanntes Naturerlebnis zu bieten.

Montag, 6. Dezember 2010

Neues Naturdenkmal in Spaniens Region Castilla-La Mancha

Die autonome spanische Region Castilla-La Mancha hat mit einem Regierungsdekret vom 26. Oktober 2010 ihr 16. Naturdenkmal erhalten. Damit wurde das Schutzgebiet "Monumento natural Barrancas de Castrejon y Calana" geschaffen.

Die Region Castilla-La Mancha befindet sich in Zentralspanien südlich und östlich von Madrid. Die Region hat eine Größe von 79.463 km² mit einer Einwohnerzahl von 2.095.855. Die Hauptstadt ist Toledo. Castilla-La Mancha ist die am dünnsten besiedelte Region Spaniens. 

Das neue Naturdenkmal "Barrancas de Castrejon y Calana" hat eine Fläche von 217,07 Hektar und besteht aus zwei getrennten Einheiten mit Flächen von 46,45 Hektar und 170,62 Hektar. Das Naturdenkmal umfasst Teile der Schluchten des Tajo. Der Tajo ist der wichtigste Fluss der Region. Er mündet als Rio Tejo bei Lissabon in den Atlantik. 

Das Naturdenkmal befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Albarreal de Tajo, Burujon und La Puebla de Montalban ca. 24 Kilometer westlich der Stadt Toledo, durch die der Tajo ebenfalls schluchtartig fließt. Madrid befindet sich 75 Kilometer nordöstlich des neuen Naturdenkmals.   

www.castillalamancha.es   (am 5. 12. 2010 war das neue Naturdenkmal auf dieser Seite noch nicht verzeichnet).

Sonntag, 5. Dezember 2010

Ramsar-Konvention wird im Jahr 2011 40 Jahre alt

Die Annahme der Ramsar-Konvention über den Schutz von Feuchtgebieten jährt sich am 2. Februar 2011 zum vierzigsten Mal. 

Die Ramsar-Konvention wurde in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts zwischen verschiedenen Staaten und Nichtregierungsorganisationen ausgehandelt. Hintergrund war die Sorge über den zunehmenden Verlust von Feuchtgebieten, die wichtige Orte für Wasser- und Zugvögel sind. Die Konvention wurde bei einem Treffen in der iranischen Stadt Ramsar im Jahr 1971 angenommen. Den Namen der iranischen Stadt trägt die Konvention bis heute. In Kraft trat die Konvention im Jahr 1975. Die Ramsar-Konvention ist damit der älteste zwischenstaatliche Vertrag zum Umwelt- und Naturschutz. 

Samstag, 4. Dezember 2010

Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald soll vergrößert werden

Das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald soll in den nächsten Jahren von 17.098 Hektar auf 32.700 Hektar vergrößert werden. Das strebt jetzt die Landesregierung von Thüringen an. Für die Abstimmung mit den betroffenen 25 Kommunen soll ein Mediator tätig werden.

Damit sind die Pläne der Thüringer Landesregierung für die Schaffung eines von der Unesco anerkannten Großschutzgebiets auf dem harten Boden der Realität gelandet. Im Koalitionsvertrag der CDU/SPD-Regierung war noch von der Schaffung eines neuen Nationalparks im Thüringer Wald die Rede. Diese Pläne stießen vor Ort auf Widerstand und konnten nicht weiterverfolgt werden. 

Montag, 29. November 2010

Bestehendes und geplantes Unesco-Weltnaturerbe in Deutschland

Im Gegensatz zu den Welt-Kulturerbestätten ist die Zahl der bestehenden und geplanten Unesco-Weltnaturerbestätten in Deutschland nicht besonders groß.

Bestand

Zur Zeit gibt es in Deutschland zwei von der Unesco anerkannte Weltnaturerbestätten.

Die Grube Messel wurde im Jahr 1995 in die Welterbeliste aufgenommen. Die Stätte befindet sich in Hessen bei Darmstadt. Sie ist 42 Hektar groß mit einer zusätzlichen Pufferzone von 23 Hektar. Die Grube Messel ist der weltbeste Fundort für Fossilien aus dem Eozän (vor 57 bis 36 Millionen Jahren).

Das Wattenmeer wurde im Jahr 2009 als Weltnaturerbestätte anerkannt. Dies ist eine länderübergreifende Welterbestätte. Die Stätte umfasst in Deutschland die Nationalparke Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Niedersächsisches Wattenmeer sowie in den Niederlanden das dortige Wattenmeerschutzgebiet. Das Wattenmeer ist eines der größten ungestörten Gebiete weltweit, in denen der Wechsel von Ebbe und Flut noch ungestört ablaufen kann.

Samstag, 27. November 2010

Dritter Nationalpark in Dänemark

Am 16. Oktober 2010 wurde in Dänemark der dritte Nationalpark eröffnet. Der Nationalpark Wattenmeer (Vadehavet) befindet sich an der dänischen Nordseeküste unmittelbar nördlich der Grenze Deutschland / Dänemark (Insel Sylt). Der Nationalpark umfasst die Inseln im dänischen Wattenmeer sowie die nördlich anschließende Halbinsel Skalligen. Auch ein Tal des bei der Halbinsel Skalligen ins Meer mündenden Varda-Tals gehört zum neuen Nationalpark.

Mit einer Fläche von 146.000 Hektar ist der Nationalpark Wattenmeer der größte Nationalpark Dänemarks (ohne Grönland). Das Meer mit seinem großen Tidenhub, Marsch-, Strand- und Dünengebiete sind die hauptsächliche natürliche Attraktion des Gebiets. Mit der Ausweisung des dänischen Wattenmeers als Nationalpark sind auch die Voraussetzungen dafür gegeben, dass das Gebiet zum Unesco - Welterbe Wattenmeer beitreten kann. Die Wattenmeere der Niederlande, von Niedersachsen und von Schleswig-Holstein sind bereits ein Teil des Unesco-Welterbes. Der Beitritt des Hamburger Wattenmeers ist ebenfalls bereits beschlossen.

Der erste Nationalpark Dänemarks ist der Nationalpark Thy, der am 22. August 2008 eingeweiht wurde. Er befindet sich in Nordjütland im Nordwesten von Dänemark an der Grenze zwischen Nordsee und Skagerag. Der zweite Nationalpark ist Mols Bjerge (29. August 2009). Er befindet sich in Ostjüstland am Kattegat auf der Halbinsel Djursland. Zwei weitere Nationalparks sind in den kommenden Jahren noch in Dänemark geplant. Nicht berücksichtigt ist hier der Nationalpark in Grönland, der schon seit dem Jahr 1974 besteht.      

Donnerstag, 25. November 2010

Internetauftritt des Biosphärenreservats Bliesgau verbessert

Das Biosphärenreservat Bliesgau ist eines von zur Zeit 15 Biosphärenreservaten in Deutschland. Zusammen mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist der Bliesgau das jüngste von der Unesco anerkannte Biosphärenreservat Deutschlands.

Das Biosphärenreservat Bliesgau befindet sich im  Saarland und ist das einzige Biosphärenreservat in diesem Bundesland. Das Gebiet liegt im Südosten des Saarlands zwischen Zweibrücken, St. Ingbert und der Grenze zu Frankreich. Das Gebiet hat eine Fläche von 36.152 Hektar. die Kernzonen umfassen 1.107 Hektar, die Pflegezonen 7.033 Hektar. Nun hat der für das Biosphärenreservat zuständige Biosphärenzweckverband Bliesgau die Internetseite zu diesem Gebiet erweitert und verbessert. Informationen gibt es unter

www.biosphaere-bliesgau.eu   

Dienstag, 23. November 2010

Schutzgebiete in Island

Die Vulkaninsel Island zählt zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Von daher ist zu erwarten, dass es in Island besonders viele und große Schutzgebiete gibt.

In Island gibt es die Schutzgebietskategorien Nationalpark, Naturschutzgebiet (nature reserve), Naturdenkmal (natural monument), Landschaftspark (country park) und conservation area. 

Das erste Schutzgebiet Islands wurde im Jahr 1929 eingerichtet. Damals wurde das Gebiet des heutigen Pingvellir Nationalparks als national sanctuary (Nationale Schutzzone) ausgewiesen. Heute gibt es weit über 100 Schutzgebiete in Island. Sie bedecken 21 Prozent der Fläche der Insel.

Dienstag, 16. November 2010

Nationalpark toskanisch-emilianischer Appennin erweitert

Der Parco Nazionale dell`Appennino tosco-emiliano, einer von zur Zeit 24 Nationalparks in Italien, ist mit Wirkung vom 10.11.2010 erweitert worden. An diesem Tag trat das am 26.10.2010 vom Präsidenten Italiens unterzeichnete Dekret in Kraft.

Der Nationalpark befindet sich in einem Abschnitt des Appennin, der ganz Italien durchziehenden Gebirgskette, zwischen den Pässen Cisa im Nordwesten und Forbici im Südosten. Der Passo della Cisa trennt den ligurischen Appennin vom toskanisch-emilianischen Appennin und befindet sich im Verlauf der Verbindung zwischen den Städten Parma und La Spezia. Der Passo delle Forbici wird nur von einer untergeordneten Straße gequert. Er befindet sich im Hauptkamm des Appennin in einer Linie zwischen den Städten Regio nell`Emilia und Lucca. 

Die Erweiterungsfläche des Nationalparks ist 2.425,5 Hektar groß. Diese Fläche kommt nun zu der bereits bestehenden Fläche von 22.793 Hektar hinzu. Mit der Erweiterungsfläche kommen Flächen der Ortschaften Bagnone und Monchio delle Corti zum Park hinzu. Der Nationalpark umfasst eine wald- und wiesenreiche Gebirgslandschaft und erreicht Höhen von über 2000 m ü NN.

     

Samstag, 13. November 2010

Reserves naturelles in Frankreich

Reserve naturelle (Mehrzahl: reserves naturelles) heißt auf deutsch "Naturschutzgebiet" und ist eine Schutzgebietskategorie in Frankreich. Gemäß dem französischen Umweltgesetzbuch können Gebiete als reserve naturelle ausgewiesen werden, auf denen der Schutz der Fauna, der Flora, des Bodens, des Wassers, der Mineralien, der Fossilien oder allgemein der Naturausstattung von besonderer Bedeutung ist. 

Bei den reserves naturelles wird unterschieden zwischen den reserves naturelles nationales (RNN) und den reserves naturelles regionales (RNR). Die nationalen Naturschutzgebiete werden durch eine Anordnung des Umweltministers ausgewiesen, wobei vorher der nationale Rat für den Naturschutz gehört worden ist. Die regionalen Naturschutzgebiete werden durch eine Entscheidung der regionalen Regierung ausgewiesen. Als eine dritte Kategorie kann man die reserves naturelles auf Korsika bezeichnen, die die Bezeichnung reserves naturelles en Corse haben.  

Montag, 8. November 2010

Ibiza`s Naturpark Ses Salines


Der Naturpark Ses Salines ist zur Zeit der einzige Naturpark der Baleareninsel Ibiza. Der volle und originale Name des Naturparks ist Parc natural de ses Salines d`Eivissa i Formentera. Dies ist die mallorquinische Sprache, eine Untersprache des Katalanischen.

Der Naturpark befindet sich an der Südspitze der Insel Ibiza unmittelbar südlich des Flughafens. Der Naturpark erstreckt sich von dort über das Meer bis zur Nordspitze der Nachbarinsel Formentera einschließlich der zwischen diesen beiden Inseln gelegenen kleineren Inseln. Der Naturpark wurde im Jahr 2001 ausgewiesen und umfasst eine Fläche von 15.397 Hektar. Davon sind 13.611 Hektar Meeresfläche.

Freitag, 5. November 2010

Unesco eröffnet neue Internetseite über die Schutzgebiete der Welt

Bei der 10. Weltnaturschutzkonferenz in Nagoya hat die Unesco eine neue Internetseite in Betrieb genommen, die über alle Schutzgebiete der Welt informieren soll. Die Seite ist ähnlich wie zum Beispiel bei Wikipedia als Mitmach-Seite organisiert. Jeder registrierte Nutzer kann Daten zu Schutzgebieten eingeben. So soll im Laufe der Zeit eine Informationsquelle entstehen, die über alle Schutzgebiete der Welt Auskunft gibt. 

Die Adresse der neuen Seite ist: www.protectedplanet.org

Gemäß den Angaben des Blogs zur neuen Internetseite sind bereits über 160.000 Schutzgebiete und eine halbe Million Bilder auf der Internetseite zu finden. Allerdings ist die Seite bei weitem noch nicht vollständig. Es sind noch längst nicht alle Schutzgebiete verzeichnet. Auch sind die Informationen zu einzelnen Schutzgebieten noch nicht vollständig.

Probieren wir die Seite einfach mal aus. Auf der Startseite erscheint eine Eingabemaske "Discover and learn about protected areas". Geben wir einmal "Grand Canyon" ein. Es erscheinen dann fünf Schutzgebiete. Wir klicken "Grand Canyon National Park (NPS)" an.

Samstag, 30. Oktober 2010

Mehr Schutzgebiete für Europa nach 10. Weltnaturschutzkonferenz in Nagoya?

Gerade ist die 10. Weltnaturschutzkonferenz in Nagoya zu Ende gegangen. Im Gegensatz zu den Weltklimagipfeln gab es auf der Weltnaturschutzkonferenz handfeste Ergebnisse. Dies führte zu dem eher seltenen Zustand, dass die Naturschutzorganisationen die Ergebnisse der Konferenz ausdrücklich begrüßten.

Die 193 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) einigten sich unter anderem darauf, dass bis zum Jahr 2020 der Verlust der Artenvielfalt auf der Erde gestoppt werden soll. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre 17 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Meeresfläche unter Schutz gestellt werden. Zudem soll die Überdüngung landwirtschaftlicher Nutzflächen eingestellt werden. 

Dienstag, 19. Oktober 2010

Neue Seite zu den Schutzgebieten der Autonomen Gemeinschaft Madrid

Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat jetzt eine überarbeitete Internetseite zu den Schutzgebieten der Region veröffentlicht.

www.espaciosnaturalesmadrid.org

Im neuen Internetauftritt werden alle zehn aktuell bestehenden Schutzgebiete der autonomen Gemeinschaft Madrid vorgestellt. Diese Schutzgebiete bedecken 13 Prozent der Fläche der Region Madrid.

Etwas verblüffend ist die Zahl der Schutzgebietskategorien. Den 10 Schutzgebieten stehen 8 Schutzgebietskategorien gegenüber.  Die meisten Schutzgebietskategorien gibt es nur einmal.

Das größte Schutzgebiet ist der Regionalpark (parque regional) Cuenca alta de Manzanares mit 52.796 Hektar. Manzanares ist ein Fluss, cuenca alta bedeutet in etwa das obere Einzugsgebiet des Flusses.

Zu jedem Schutzgebiet gibt es eine Seite mit allgemeinen Informationen. Es gibt auch einen Link zur Internetseite des jeweiligen Schutzgebiets, auf der noch wesentlich mehr Informationen vorhanden sind.

Es gibt auch noch eine Unterseite mit allgemeinen Informationen zur Naturausstattung der Region Madrid sowie mit Informationen zu den geschützten Feuchtgebieten, den FFH-Gebieten und den Vogelschutzgebieten.


Fazit: eine gute Seite, mit der man bei einem Madrid-Besuch leicht auch einen Besuch der Natursehenswürdigkeiten der Region planen kann.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Auffrischung der italienischen Schutzgebietsseite parks.it

Bereits im Post vom 07.08.2009 habe ich die Internetseite www.parks.it angesprochen. Dies ist eine zentrale Informationsplattform zu allen italienischen Schutzgebieten. Die Angebotsfülle der Seite ist so groß, dass man viele Tage brauchen würde, alle gebotenen Informationen aufzunehmen.

In den letzten Monaten ist die Seite www.parks.it modernisiert worden. Man erhält nun jeweils eine Übersicht über die italienischen Schutzgebiete, sortiert nach der Schutzgebietskategorie, nach der Region, nach der Provinz und nach den Landschaftseinheiten. Jedes Schutzgebiet wird mit einem Bild, mit dem Namen des Schutzgebiets und mit der Flächengröße aufgelistet. Ein Klick auf das Bild oder auf den Namen führt dann zu einer Unterseite über das Schutzgebiet.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Nationalparks in Deutschland hingen an seidenem Faden

In diesen Tagen schaut alles zurück auf die aufregende Zeit vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Zeitschrift Nationalpark, herausgegeben vom Verein der Nationalpark-Freunde e.V. zeigt nun in ihrer aktuellen Ausgabe, an welch seidenem Faden das Nationalparkprogramm der DDR-Regierung vor 20 Jahren hing.

Mitte 1990 hatte Deutschland nur vier Nationalparks und es war keineswegs klar, ob die Schutzgebietskategorie des Nationalparks in Deutschland eine Zukunft haben würde. Die Umbrüche in der DDR waren es nun, die die Nationalparkidee in Deutschland entscheidend voranbrachten und die den Grundstein für die Entwicklung bei den Nationalparks bis heute gelegt haben. Allerdings hatte man zwischen dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands nur sehr wenig Zeit und um ein Haar wäre es nichts geworden mit dem DDR-Nationalparkprogramm.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Wild Europe Partnership äußert sich zur zukünftigen EU-Biodiversitätsstrategie

Bereits im Post vom 24.09.2010 war die Umfrage der EU zur zukünftigen EU-Biodiversitätsstrategie das Thema.

Der Wild Europe Partnership, eine Vereinigung von Organisationen, zu denen auch die PAN-Parks-Stiftung gehört, hat jetzt ihre Vorstellungen zur zukünftigen Biodiversitätsstrategie an die EU herangetragen. Wesentlich für die Wild Europe Partnership ist, dass zukünftig auch die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets eine wichtige Rolle bei der EU-Biodiversitätsstrategie spielen wird.

Freitag, 1. Oktober 2010

Kreta`s Schluchten des Kourtaliotis-Flusses (Teil 2)


Im vorangegangenen Post in diesem Blog ging es um die Schlucht am Oberlauf des Kourtaliotis-Flusses. Thema in diesem Post ist die zweite Schlucht des Flusses, die sich bis zur Mündung des Flusses in das Lybische Meer erstreckt. 

Der Kourtaliotis-Fluss führt als einziger der Flüsse Kreta`s ganzjährig Wasser. In seinem Unterlauf fließt der Kourtaliotis durch eine Schlucht, deren Grund beidseits des Flusses von einem dichten Palmenwald gesäumt ist. Dies ist eine Besonderheit für Kreta und für den ganzen Mittelmeerraum.

Einige hundert Meter vor der Mündung in das Meer ist die Fließneigung des Flusses so gering, dass man sogar mit dem Treetboot dort fahren kann. Der Kourtaliotis mündet bei einer kleinen Kiesbucht ins Meer, der Preveli-Bucht. Um zum Meer bei der Bucht zu gelangen, muss man erst einmal durch den Fluss waten.

Dienstag, 28. September 2010

Kreta`s Schluchten des Kourtaliotis-Flusses (Teil 1)


Der Kourtaliotis-Fluss auf der griechischen Insel Kreta ist der einzige Fluss der Insel, der ganzjährig Wasser führt. Der Fluss fließt durch zwei bemerkenswerte Schluchten. Die obere Schlucht ist Thema in diesem Post, die untere Schlucht kommt im folgenden Post dran.


Die beiden Schluchten sind das Zentrum des FFH-Gebiets KOURTALIOTIKO FARANGI, MONI PREVELI, EVRYTERI PERIOCHI im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Das Gebiet hat eine Größe von 3.642 Hektar und befindet sich in der Nähe der Südküste von Kreta am Lybischen Meer in einer direkt nach Süden weisenden Linie von der an der Nordküste gelegenen Stadt Rethimnon aus gesehen.

Freitag, 24. September 2010

Umfrage der EU zur zukünftigen Biodiversitätsstrategie

Die Europäische Kommission hat jetzt im Internet einen Fragebogen zur zukünftigen Biodiversitätsstrategie eingestellt. Diesen Fragebogen kann jede Bürgerin und jeder Bürger der EU ausfüllen und damit über die zukünftige Biodiversitätsstrategie der EU mitbestimmen.

Der Fragebogen ist eingestellt unter http://ec.europa.eu/environment/consultations/biodecline.htm

Für das Ausfüllen des Fragebogens sind gute Englischkenntnisse erforderlich. Das Ausfüllen benötigt ca. 30 Minuten Zeit. Die maximal erlaubte Zeit für das Ausfüllen des Fragebogens ist 90 Minuten. Der Fragebogen muss, um als gültig anerkannt zu werden, vollständig ausgefüllt werden. Insgesamt beinhaltet der Fragebogen 36 Fragen. Es ist nicht erforderlich, einen Text in Englisch als Antwort zu geben. Vielmehr können vorgegebene Handlungsvarianten angekreuzt und bewertet werden. Der Fragebogen kann bis zum 22.10.2010 ausgefüllt werden. 

Montag, 20. September 2010

Neuer Naturpark "Montgri" in Katalonien

Am 13. Mai 2010 hat das Parlament der spanischen Region Katalonien das Gesetz zur Schaffung des neuen Naturparks "Montgri, Illes Medes und Baix Ter" verabschiedet.

Der neue Naturpark hat eine Größe von 8.192 Hektar, davon sind 2.037 Hektar Meeresfläche. Damit hat Katalonien jetzt 17 Parks, einen Nationalpark und 16 Naturparks. Ein Naturpark nach der spanischen bzw. katalonischen Gesetzgebung unterscheidet sich ziemlich stark von einem deutschen Naturpark. Die spanische Version des Naturparks ist eine strengere Schutzgebietskategorie als das deutsche Pendant. So sind in den spanischen Naturparks im allgemeinen keine Siedlungen anzutreffen.

Freitag, 17. September 2010

Naturparks in Frankreich

Parcs naturels regionaux heißen die Naturparks in Frankreich. Diese Schutzgebietskategorie hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Frankreich beachtlich entwickelt.

Informationen zu den einzelnen Naturparks gibt es auf der Seite der Vereinigung der Naturparks: 

www.parcs-naturels-regionaux.tm.fr 

Heute gibt es insgesamt 46 Naturparks in Frankreich. Davon befinden sich 2 außerhalb Europas (Französich-Guayana und Martinique). Ein Naturpark befindet sich auf Korsika.

Alle 46 Parks zusammen bedecken ca. 13 Prozent der Fläche Frankreichs.

Sonntag, 12. September 2010

Unesco-Welterbe in Irland

Das Umweltministerium der Republik Irland hat eine neue Internetseite zum Unesco-Welterbe des Landes eingerichtet.

Die Adresse der Seite ist: www.worldheritageireland.ie 

Auf dieser Seite sind Informationen über die bestehenden Unesco-Welterbestätten von Irland enthalten, aber auch über die geplanten Welterbestätten (die sogenannte tentative list).

Zur Zeit gibt es in Irland nur zwei Unesco-Welterbestätten
  • Bend of the Boyne
  • Skellig Michael

Mittwoch, 8. September 2010

Bayerisches Umweltministerium startet Initiative "Naturatlas Bayern Arche"

Ein gemeinsames Öko-Reiseportal für verschiedene Kategorien von Schutzgebieten: das ist das Ziel des neu vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit gestarteten Naturatlas Bayern Arche.

Auf der Internetseite www.arche.bayern.de/naturatlas werden bereits 25 Schutzgebiete präsentiert. Dazu gehören Nationalparks, Naturparks, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturwaldreservate, Biosphärenreservate, Natura 2000-Gebiete und Geotope. Die Schutzgebiete sind nach den Regierungsbezirken Bayerns geordnet.

Aus den einzelnen Regierungsbezirken sind bisher die folgenden Schutzgebiete vertreten: 

Samstag, 4. September 2010

Biosphärenreservate in Spanien


Nicht weniger als 40 von der Unesco anerkannte Biosphärenreservate gibt es zur Zeit in Spanien. Damit ist Spanien das Land Europas mit den meisten Biosphärenreservaten. Nach eigenen Angaben ist Spanien zudem das Land, das weltweit den größten Flächenanteil als Biosphärenreservat ausgewiesen hat.

Im Jahr 1977 wurden die ersten beiden Biosphärenreservate eingerichtet, Grazalema in der Provinz Cadiz sowie Ordesa-Vinamala in der Provinz Huesca. Grazalema ist ein zerklüftetes Kalkgebirge in Andalusien. Ordesa-Vinamala liegt in den zentralen Pyrenäen und umfasst die höchsten Kalkberge Europas sowie einige der größten Canyons Europas. Das jüngste Biosphärenreservat ist Rio Eo, Oscos y terras de Buron, das im Jahr 2007 ausgewiesen worden ist.

Montag, 30. August 2010

Neues zum geplanten Schweizer Nationalpark Adula

Im Post vom 30.12.2009 habe ich den geplanten Nationalpark Adula in den Schweizer Kantonen Graubünden und Tessin zum ersten Mal hier in diesem Blog angesprochen. Damals stand die Einreichung eines Gesuchs um Finanzhilfen des Bundes für die Errichtung des Parks unmittelbar bevor. Nun hat das Schweizer Bundesamt für Umwelt mitgeteilt, dass es Finanzhilfen von 686.000 Franken für die Jahre 2010 - 2011 bewilligt hat.

Der geplante Nationalpark ist erst der zweite Nationalpark der Schweiz. Es wäre zudem der erste Nationalpark, der nach der neuen Pärkeverordnung aus dem Jahr 2007 errichtet wird. Der bestehende und bisher einzige Nationalpark der Schweiz wurde mit einer eigenen Gesetzgebung geschaffen. Dieser Nationalpark im Unterengadin im Schweizer Kanton Graubünden heißt einfach "Schweizer Nationalpark". Sobald in der Schweiz weitere Nationalpärke eingerichtet sind, muss wohl die Bezeichnung des ersten Schweizer Nationalparks überdacht werden.

Freitag, 27. August 2010

Behebung des Kernzonenproblems im Biosphärenreservat Spreewald

Die deutschen Biosphärenreservate und ihre Probleme waren schon des Öfteren Thema in diesem Blog. Und meistens ging es darum, dass einige der Biosphärenreservate die eine oder andere Bedingung der Unesco für Bioshärenreservate noch nicht erfüllen. Dies betrifft vor allem die Mindestgröße von Biosphärenreservaten sowie den Mindestanteil der Kernzonen von 3 Prozent an der Gesamtfläche des Biosphärenreservats.

Auch das Biosphärenreservat Spreewald im deutschen Bundesland Brandenburg hat zur Zeit noch nicht genügend Kernzonenfläche. Bei einer Gesamtgröße des Biosphärenreservats von 475 km² sind zur Zeit nur 10 km² Kernzone, das ist ein Anteil von 2,1 Prozent. Um die Unesco-Anerkennung zu erhalten, muss auch das Biosphärenreservat Spreewald innerhalb der kommenden 1 bis 3 Jahre weitere Kernzonenflächen ausweisen.  

Montag, 23. August 2010

Gibt es bald zwölf Naturparks in Hessen?

In Hessen gibt es Planungen, im Reinhardswald einen Naturpark auszuweisen. Dies wäre der zwölfte Naturpark in Hessen. Eine Prüfung durch den betroffenen Landkreis Kassel hat die Machbarkeit eines Naturparks im Reinhardswald bestätigt. Abklärungsbedarf gibt es noch mit Hessen Forst, die die zum größten Teil im Staatsbesitz befindlichen Wälder bewirtschaften.

Der Reinhardswald befindet sich in Nordhessen ca. 20 Kilometer nordnordöstlich von Kassel. Die Weser bildet die östliche Begrenzung des Reinhardswalds. Entlang des Nordendes des Reinhardswalds verläuft die Grenze zwischen den Bundesländern Hessen und Niedersachsen. Überregional bekannt ist der Reinhardswald durch die Sababurg, das Dornröschenschloss aus dem Märchen der Gebrüder Grimm. In der Nähe des Schlosses befindet sich der sogenannte Urwald Sababurg, ein ehemaliger Hutewald (Waldweide), der heute viele große und alte Eichen und Buchen beherbergt. Der Urwald Sababurg ist das älteste Naturschutzgebiet Hessens und das wohl bekannteste Naturwaldreservat des Bundeslands.

Samstag, 21. August 2010

Naturschutzgebiet Feldberg im Südschwarzwald


Mit einer Fläche von 4.226 Hektar ist der Feldberg mit Umgebung im Südschwarzwald das größte Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg. Es ist zudem eines der ältesten Naturschutzgebiete in BW, denn bereits im Jahr 1937 wurde eine erste Verordnung zu diesem Schutzgebiet erlassen. 

Der Feldberg ist eine herausragende Landschaft, weit über das Bundesland Baden-Württemberg hinaus. Der Feldberg ist mit einer Höhe von 1493 m ü NN nicht nur der höchste Berg des Schwarzwalds, sondern ganz Baden-Württembergs. Zudem ist der Feldberg der höchste Punkt Deutschlands außerhalb der Alpen. Nicht nur ein schmaler Gipfel, sondern eine flächenhafte Massenerhebung: das kennzeichnet den Feldberg. Der Feldberg hebt sich in jeder Hinsicht von seiner Umgebung ab. Man spricht auch von einer subalpinen Insel im Mittelgebirge. So befinden sich zum Beispiel im Monat Mai, wenn die Umgebung des Feldbergs bereits seit längerem schneefrei ist, um den Gipfel noch große, von weitem sichtbare Schneefelder.

Montag, 16. August 2010

Biosphärenreservate in Frankreich

Zehn von der Unesco anerkannte Biosphärenreservate gibt es zur Zeit in Frankreich. Davon befinden sich allerdings nur acht in Europa. Eines der zehn Bioshärenreservate ist in der Karibik, ein weiteres befindet sich im Pazifik.

Dies sind die acht Biosphärenreservate Frankreichs auf europäischem Boden:

Donnerstag, 12. August 2010

Aktualisierte Liste der FFH-Gebiete der borealen biogegraphischen Region

Mit einer Entscheidung vom 22. Dezember 2009 hat die EU bereits die dritte aktualisierte Liste der FFH-Gebiete der borealen biogeographischen Region veröffentlicht.

EU-Europa wird für das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 in neun biogeographische Regionen eingeteilt. Die boreale biogeographische Region ist eine dieser neun Regionen. Die FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) bilden zusammen mit den Vogelschutzgebieten das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Die Listung der einzelnen Gebiete erfolgt in erster Ordnung unter den biogeographischen Regionen, in zweiter Ordnung unter den einzelnen Staaten.

Sonntag, 8. August 2010

Naturschutzgebiet Hirschberg in Vorarlberg


Blickt man vom Bodensee in Richtung Österreich (Vorarlberg), dominiert der Pfänder, der Hausberg von Bregenz, das Bild. Von Bregenz aus führt eine Seilschwebebahn auf den Pfänder. Vom Gipfel des Pfänder stellt man vielleicht überrascht fest, dass dieser Berg nur einer von mehreren Gipfeln einer kleinen Gebirgsgruppe ist, die sich zwischen dem Bodensee und der Bregenzerach sowie dem Westallgäu (Deutschland) erstreckt. Und der Pfänder (1063 m ü NN) ist nicht einmal der höchste Berg dieser Gebirgsgruppe. Diese Auszeichnung gebührt vielmehr dem Hirschberg (1095 m ü NN).

Der Gipfel des Hirschbergs und seine Umgebung sind Bestandteil des Naturschutzgebiets Hirschberg. Dies ist eines der älteren Naturschutzgebiete von Vorarlberg. Es wurde bereits im Jahr 1974 ausgewiesen. Die Größe des Naturschutzgebiets wird weder in der Verordnung von 1974 noch im Internetauftritt des Bundeslands Vorarlberg angegeben. Das Naturschutzgebiet hat in Nordost - Südwest - Richtung eine Ausdehnung von knapp 4 Kilometer. Die Nordwest - Südost - Ausdehnung ist ca. 1 Kilometer.  Insgesamt gibt es in Vorarlberg zur Zeit 23 Naturschutzgebiete.

Donnerstag, 5. August 2010

Erweiterung von zwei Nationalparks in England geplant

Das Vorhaben läuft unter dem Titel "Lakes to Dales Landscape Designation Project". Es geht darum, die beiden benachbarten Nationalparks Lake District und Yorkshire Dales so zu erweitern, dass ihre Grenzen aneinanderschließen und ein großes zusammenhängendes Schutzgebiet entsteht.

Bereits im Jahr 2004 begannen Untersuchungen darüber, welche der zwischen den beiden Nationalparks gelegenen Landschaften nationalparkwürdig sind. 11 Gebiete wurden in nähere Untersuchungen einbezogen. 9 dieser Gebiete wurden als geeignet für eine Erweiterung der Nationalparks angesehen. Sowohl der Lake Disctrict Nationalpark als auch der Yorkshire Dales Nationalpark sollen nun um jeweils zwei große Flächen erweitert werden. Für eine fünfte Fläche, das Orton Fells genannte Erweiterungsgebiet, steht noch nicht fest, welcher Nationalpark hierher erweitert werden soll. 

Montag, 2. August 2010

Unesco-Weltnaturerbe Pirin Nationalpark und Monte San Giorgio erweitert

Im Post vom 30.07.2010 sind die Unesco-Weltnaturerbestätten in Europa aufgelistet, bei denen auf der diesjährigen Sitzung des Unesco-Welterbekomitees in Brasilia eine Entscheidung über die Aufnahme in das Weltnaturerbe bzw. über eine Erweiterung fallen soll.
   
Inzwischen sind die Entscheidungen für zwei der drei im Post vom 30.07.2010 genannten Gebiete gefallen. 

Bulgariens Weltnaturerbestätte Pirin-Nationalpark wird erweitert. Bisher war die Fläche dieses Weltnaturerbes 27.000 Hektar, die Erweiterung umfasst 40.000 Hektar. Die Erweiterungsfläche deckt sich mit Ausnahme zweier Skigebiete mit dem Pirin-Nationalpark und betrifft zum größten Teil Hochgebirge über 2000 Meter mit Alpwiesen, Felsgelände und Gipfeln.

Die Schweizer Weltnaturerbestätte Monte San Giorgio wird um ein unmittelbar angrenzendes Gebiet in Italien erweitert. Das neue Gebiet zeichnet sich ebenfalls durch Fundstätten von triasischen Meeresfossilien aus. Das Gebiet hat nun eine Gesamtgröße von 1089 Hektar mit einer umgebende Pufferzone von weiteren 3207 Hektar.

Die Sitzung des Unesco-Welterbekomitees geht noch bis zum 3. August 2010.

http://whc.unesco.org  

Hier gibt es eine Übersicht über die Unesco-Weltnaturerbestätten in Europa. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Weltnaturerbestätten beschäftigen, verlinkt.

Sonntag, 1. August 2010

Naturwaldreservat Friedergrieß in den Ammergauer Alpen


Das Naturwaldreservat Friedergrieß in den Ammergauer Alpen bei Garmisch-Partenkirchen ist sicher etwas besonderes unter den bayerischen Naturwaldreservaten. Das Gebiet ist ganz besonders durch Dynamik gekennzeichnet. Das Naturwaldreservat Friedergrieß hat eine Größe von 79,8 Hektar und wurde im Jahr 1978 ausgewiesen.

Die Friederlaine, ein von Norden aus der Kreuzspitzgruppe der Ammergauer Alpen kommender Wildbach, bemüht sich ständig, Unmengen von Geröll fächerartig über die kleine Ebene zwischen dem Ofenberg im Süden und dem Scharfeck / Sunkenkopf im Norden zu verteilen. Das erfordert von der Vegetation umfangreiche Anpassungsprozesse. Teilweise sind von den Geröllmassen auch Waldgebiete betroffen. Dort sterben die alten Bäume auf größeren Flächen ab.

Freitag, 30. Juli 2010

Neue und vergrößerte Unesco - Weltnaturerbestätten in Europa

Vom 25. Juli bis zum 3. August 2010 wird in der Hauptstadt von Brasilien das jährliche Treffen des Unesco-Welterbe-Komitees abgehalten (34. Sitzung). Bei diesen jährlichen Treffen wird auch regelmäßig über die Aufnahme neuer Welterbestätten bzw. die Vergrößerung vorhandener Welterbestätten entschieden.

In diesem Jahr gibt es 39 Nominierungen für neue oder zu vergrößernde Welterbestätten aus 33 Staaten. Darunter sind 8 Weltnaturerbestätten sowie 2 gemischte (Natur und Kultur) Welterbestätten. Von den 8 gemeldeten Weltnaturerbestätten sind 3 aus Europa. Dazu kommt noch ein Teil der Insel Reunion im Indischen Ozean, die zwar nicht zum geographischen Europa, jedoch zu Frankreich gehört. Die 3 Weltnaturerbestätten aus Europa sind:

Mittwoch, 28. Juli 2010

Infos zu Schutzgebieten beim italienischen Umweltministerium

Der volle Name des Ministeriums ist Ministero dell`ambiente e della tutela del territorio e del mare, also Ministerium für Umwelt, Gebietsschutz und Meeresschutz. Es lohnt sich, einmal auf die Internetseite des Ministeriums zu schauen. Dort werden eine Reihe von Informationen zum Flächennaturschutz angeboten.

Man geht zunächst auf die Startseite des Internetauftritts www.minambiente.it

Gehen wir gleich einmal zum eigentlichen Knaller des Informationsangebots. Das ist das "Elenco Ufficiale delle Aree Naturali Protette". Dabei handelt es sich um ein offizielles Verzeichnis aller Schutzgebiete Italiens. Dieses Verzeichnis wird nun aber nicht laufend aktualisert, sondern in regelmäßigen (relativ großen) Abständen überarbeitet und im Gesetzblatt veröffentlicht. Zur Zeit ist die fünfte Aktualisierung des Verzeichnisses gültig. Sie stammt vom Jahr 2003! Eigentlich wird es Zeit, dass mal wieder ein neues Verzeichnis erstellt wird. Aber gleichwohl ist dieses Verzeichnis eine umfangreiche wertvolle Information über alle Schutzgebiete Italiens. Man muss der Vollständigkeit halber anfügen, dass es auch zahlreiche Schutzgebiete gibt, die nicht in diesem Verzeichnis auftauchen. Das hat seinen Grund darin, dass diese Schutzgebiete die Bedingungen für die Aufnahme in das Verzeichnis nicht erfüllen.

Sonntag, 25. Juli 2010

EU-Liste der FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region

EU-Europa wird im Rahmen der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) in neun biogeographische Regionen eingeteilt. Die atlantische Region ist eine der neun biogeographischen Regionen. Die EU erstellt und aktualisiert für jede der biogeographischen Regionen eine Liste der FFH-Gebiete.

Mit Datum vom 22. 12. 2009 hat die EU bereits die vierte Liste (dritte aktualisierte Liste) der FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region veröffentlicht. Zur atlantischen biogegraphischen Region gehören Irland, die Niederlande und Großbritannien mit ganzer Fläche sowie Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Portugal und Spanien teilweise. 

Dies sind die jeweils größten FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region in den einzelnen Ländern:

Donnerstag, 22. Juli 2010

Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken in Tirol


Das Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken ist eines von zur Zeit 22 Naturschutzgebieten in Tirol. Das Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken hat eine Größe von 28,6 Hektar und wurde im Jahr 1991 verordnet.

Der Talkessel von Ehrwald zählt zu den großartigsten Landschaften der Nördlichen Kalkalpen. Das Zentrum des Talkessels bildet das Ehrwalder Moos, eine große, nahezu ebene Fläche. Diese Fläche kontrastiert mit der Hochgebirgsumrahmung. Riesige Kalkmassive, wie das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, die Mieminger Kette mit der Sonnenspitze und dem Wannig und der Daniel in den Ammergauer Alpen umschließen das Moos auf allen Seiten.

Die drei Ortschaften Ehrwald, Leermoos und Biberwier befinden sich am Rand des Beckens. Die ehemals ausgedehnte Moorlandschaft im Ehrwalder Becken ist heute durch Entwässerungsmaßnahmen, landwirtschaftliche Nutzung sowie Nutzung für Freizeiteinrichtungen (Golfplatz, Modellflieger) zum größten Teil verlorengegangen. Nur im Süden des Beckens ist ein Stück ursprüngliche Moorlandschaft (Niedermoor) übriggeblieben. Sie steht heute als Naturschutzgebiet unter Schutz.

Freitag, 16. Juli 2010

Chancen für Nationalpark in Rheinland-Pfalz?

Die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind zur Zeit die einzigen großen Flächenländer Deutschlands, die noch nicht über einen Nationalpark verfügen. Im Post vom 12.07.2010 ging es bereits um dieses Thema für Baden-Württemberg. Wenden wir uns nun einmal Rheinland-Pfalz zu. Das Bundesamt für Naturschutz hat ja in einem Papier zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz explizit aufgefordert, auf ihrem Territorium jeweils einen Nationalpark einzurichten.

Vom 6. bis 8. Juni 2010 besuchte eine Delegation mit hochrangigen Parlamentariern aus Rheinland-Pfalz das österreichische Bundesland Salzburg. Einer der drei Besuchstage war dem Nationalpark Hohe Tauern gewidmet. Unter anderem gab es eine Präsentation des Konzepts Nationalpark Hohe Tauern durch den Nationalpark-Direktor. Hoffen wir, dass die Besucher aus Rheinland-Pfalz Anregungen zum Thema Nationalpark nach Hause nehmen konnten.

Montag, 12. Juli 2010

Parteien für Nationalpark in Baden-Württemberg

Das Thema "Nationalpark in Baden-Württemberg" könnte man in Anlehnung an die berühmte Asterix-Geschichte so erläutern:

Die Unesco und alle ernstzunehmenden Naturschutz-Fachleute haben seit vielen Jahren erkannt, dass nur die weltweite Ausweisung von Großschutzgebieten und hier vor allem von Nationalparks die Erhaltung der Biodiversität der Erde ermöglichen und damit auch das Überleben der Menschheit sichern wird. Alle Länder der Erde und auch alle Regionen im Europa der Regionen haben bereits einen oder mehrere Nationalparks ausgewiesen und sind im Begriff, weitere Schutzgebiete zu bestimmen.

Alle Regionen? Nein, eine Region im Südwesten von Deutschland, hinter den sieben Bergen, schweigt beim Thema Nationalpark beharrlich. Man will dort kein "Reservat". Statt dessen schlägt man lieber immer wieder neue Sonderwege im Naturschutz ein, mit denen Baden-Württemberg (so heißt diese Region) seine Rolle als Sonderling beim internationalen Flächennaturschutz festigt.

Freitag, 9. Juli 2010

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried in Oberschwaben


Die Landschaft von Oberschwaben im Süden des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg ist von den Relikten der Eiszeiten geprägt. Es gibt eine Vielzahl von Seen, Mooren und Moränenwällen. Das Wurzacher Ried bei Bad Wurzach in Oberschwaben umfasst unter anderem die größte zusammenhängende intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1387 Hektar. Teilflächen wurden bereits ab dem Jahr 1959 geschützt, die heutige Schutzgebietsfläche besteht seit dem Jahr 1981. 

Beim Wurzacher Ried handelt es sich mit einer gewisssen Wahrscheinlichkeit um das größte Wildnisgebiet Baden-Württembergs. Leider kann man diese Aussage nicht ganz sicher treffen, denn die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets gibt es in Baden-Württemberg (noch) nicht. Es gibt die Bannwälder, die sich auf Waldflächen erstrecken und es gibt Naturschutzgebiete, von denen jedoch viele keine Wildnis sind. Die in Baden-Württemberg bestehenden Bannwälder sind alle sehr viel kleiner als das Wurzacher Ried. 

Mittwoch, 7. Juli 2010

Bayern will Bioshärenreservat Rhön vergrößern

Es gibt eine gute Nachricht für das Bisphärenreservat Rhön: Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hat jetzt bei einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in Bad Kissingen angekündigt, dass die Fläche des bayerischen Anteils des Biospärenreservats Rhön auf die Fläche des Natruparks Rhön vergrößert werden soll. In diesem Zusammenhang sollen auch die bisher noch nicht ausreichend vorhandenen Kernzonen erweitert werden.

Das Biosphärenreservat Rhön hat in den vergangenen Monaten eher negative Schlagzeilen gemacht (siehe auch den Post vom 05.01.2010). Das bereits vor dem Jahr 1995 (Jahr der Verabschiedung der sogenannten Sevilla-Strategie der Unesco, die eine Zonierung mit Mindestgrößen der Zonen sowie einer Mindestgröße für Biosphärenreservate vorsieht) ausgewiesene Schutzgebiet muss dringend an die Vorgaben der Sevilla-Strategie angepasst werden. Sonst würde die Rhön in wenigen Jahren ihren Status als Biosphärenreservat verlieren.

Dienstag, 6. Juli 2010

Scheidegger Wasserfälle im Westallgäu


Die Scheidegger Wasserfälle im Westallgäu bei Scheidegg gehören zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Das im Gebiet anstehende Gestein "Nagelfluh" ist überhaupt ein guter Wasserfallbildner, denn in diesem Gestein wechseln harte und weiche Gesteinsschichten ab. Die unter einer harten Schicht liegende weiche Schicht wird vom Wasser schnell ausgeräumt, an der harten Schicht bildet sich dann eine Kante, über die das Wasser hinabstürzt zur nächsten harten Schicht.

Das Nagelfluhgestein (oder Molasse) ist eine Geschichte für sich, eine faszinierende Geschichte. Dieses Gestein sieht ein wenig aus wie Beton. Runde Steine sind mit Gesteinsmehl zusammengekittet. Die runden Steine deuten klar darauf hin, dass dieses Gestein mit wasserreichen Flüssen transportiert worden ist. Das Gestein war in der Frühzeit der Alpenbildung bereits einmal zu Bergen aufgefaltet worden. Es wurde dann abgetragen, von Flüssen nach Norden ins Alpenvorland transportiert und dort - jetzt wird`s interessant - durch den anhaltenden Druck der afrikanischen Kontinentalplatte ein zweites Mal zu Bergen aufgefaltet. Die aus Nagelfluh bzw. Molasse bestehenden Berge sind somit eigentlich so etwas wie Recycling-Berge. 

Montag, 5. Juli 2010

Biosphärenreservate - Planungen in Österreich

Bei der 22. Versammlung des Unesco-Biosphärenreservate-Komitees in Paris hat das nationale österreichische Biosphärenreservate-Komitee eine Übersicht über den Stand und die Planungen bei den österreichischen Biosphärenreservaten vorgelegt.

Zur Zeit gibt es in Österreich sechs Biosphärenreservate. Davon entsprechen allerdings nur zwei den Kriterien gemäß der Sevilla-Strategie für Biosphärenreservate, die seit dem Jahr 1995 zur Anwendung kommt (Einteilung in drei Zonen, Mindestgrößen der einzelnen Zonen, Mindestgröße des Reservats). Dies sind die Biosphärenreservate (bzw. Biosphärenparks) Großes Walsertal (Vorarlberg) und Wienerwald (Wien und Niederösterreich). Die anderen vier Biosphärenreservate wurden bereits vor dem Jahr 1995 ausgewiesen. Diese Reservate müssen in den kommenden Jahren so gestaltet werden, dass sie den Bedingungen der Sevilla-Strategie genügen. Andernfalls geht zu gegebener Zeit die Anerkennung durch die Unesco verloren.

Samstag, 3. Juli 2010

FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht in Vorarlberg


Ein toller Wildfluss, eine beeindruckende Waldschlucht: das und noch manches mehr machen das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht in Vorarlberg aus. Die Bregenzerachschlucht wurde als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ausgewiesen.

Das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht hat eine Größe von 434 Hektar und erstreckt sich auf das Gebiet der Gemeinden Alberschwende, Bregenz, Buch, Doren, Kennelbach, Langen und Wolfurt. Entlang der Bregenzerach erstreckt sich das Gebiet von der Einmündung der Weißach flussabwärts bis zum Ort Kennelbach. Das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht wurde im Jahr 2003 von der Vorarlberger Landesregierung ausgewiesen im Rahmen der 36. Verordnung über eine Änderung der Naturschutzverordnung des Landes Vorarlberg.

Sonntag, 27. Juni 2010

Zweiter Nationalpark in Nordrhein-Westfalen in Sicht

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gibt es bisher einen Nationalpark, den Nationalpark Eifel. Er wurde im Jahr 2004 gegründet und hat eine Fläche von 11.000 Hektar. Eine Zeitlang war auch das Siebengebirge bei Bonn als Nationalpark im Gespräch. Das Nationalparkprojekt Siebengebirge scheiterte jedoch am ablehnenden Votum der Bürger der Gemeinde Bad Honnef.

Nun sieht es so aus, als ob Nordrhein-Westfalen in absehbarer Zeit doch einen zweiten Nationalpark erhält. Bestandteil des Wahlprogramms der beiden Parteien SPD und Bündnis 90 / Die Grünen ist ein Nationalpark im Teutoburger Wald. Diese beiden Parteien werden in Kürze eine Minderheitsregierung in NRW bilden, so dass dann einer raschen Umsetzung der Nationalparkpläne nur noch wenig entgegensteht. Der neue Nationalpark soll zunächst ca. 7.500 Hektar groß sein mit der Option auf eine spätere Erweiterung.

Mit der Planung eines weiteren Nationalparks nimmt das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands seine Verantwortung für die Bewahrung der Biodiversität in beispielhafter Weise war. Sicher wird jetzt der Druck auf die beiden bisher noch nationalparklosen großen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg weiter steigen, auf ihrem Gebiet ebenfalls Nationalparks auszuweisen.    

Samstag, 26. Juni 2010

Wildnis in Deutschland: jede Stimme zählt

Bis zum Jahr 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung mindestens zwei Prozent der Fläche Deutschlands als Wildnis bzw. Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen werden. Doch bis zum Erreichen dieses Ziels ist es noch ein weiter Weg, zumal aus den unterschiedlichsten Lagern und Interessengruppen die erwarteten Widerstände gegen die "Verwilderung Deutschlands" artikuliert werden.

Vor diesem Hintergrund kann man dankbar sein, dass es in Deutschland Vereine und gemeinnützige Organisationen gibt, die die Ausweisung weiterer Wildnisgebiete vorantreiben wollen. Eine dieser Organisationen ist die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Auf der Internetseite der Stiftung www.wildniskonferenz.de kann jetzt jedermann und frau die Potsdamer Wildnisresolution mitzeichnen. 

Donnerstag, 24. Juni 2010

Tiroler Verwallgruppe erhält erstes Landschaftsschutzgebiet

Die Verwallgruppe in den zentralen Ostalpen erstreckt sich über die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol. Beim Flächennaturschutz in der Verwallgruppe herrschten bisher stark unterschiedliche Verhältnisse zwischen den Gebietsteilen in den beiden Bundesländern.

Ein großer Prozentsatz des Vorarlberger Teils der Verwallgruppe ist ein Vogelschutzgebiet im Rahmen des EU-Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Im Tiroler Teil der Verwallgruppe herrschte beim Thema Flächennaturschutz bisher Fehlanzeige. Dieser Teil der großartigen Gebirgsgruppe machte bisher eher durch technische Erschließungsmaßnahmen auf sich aufmerksam wie zum Beispiel mit dem neuen Stausee im Kartellboden unterhalb der Darmstädter Hütte.

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass das Land Tirol am 2. März 2010 das erste Schutzgebiet im Tiroler Teil der Verwallgruppe verordnet hat, das Landschaftsschutzgebiet Mösli. Das Schutzgebiet hat eine Größe von 207,50 Hektar und befindet sich im Gebiet der Gemeinde Flirsch im Bezirk Landeck. Das Landschaftsschutzgebiet Mösli umfasst den Flirscher Ferner (Ferner = Gletscher) am Hohen Riffler (einer der höchsten Gipfel der Verwallgruppe) sowie das Gebiet oberhalb der Gampernunalpe.

Hoffen wir, dass das neue Landschaftsschutzgebiet Mösli der Einstieg für eine zukünftig größere Bedeutung des Flächennaturschutzes im Tiroler Teil der Verwallgruppe ist! 

Dienstag, 22. Juni 2010

Frankreich plant Laubwald-Nationalpark

Im Bestreben, alle wesentlichen Ökosysteme des Landes durch mindestens einen Nationalpark zu repräsentieren, plant Frankreich die Schaffung eines Nationalparks, der sich über einen Laubwald der tiefen Lagen erstreckt.

Die bisher bestehenden neun Nationalparks in Frankreich decken die Ökosysteme der Mittleren Hochlagen, des Hochgebirges, verschiedene Typen des Regenwalds sowie verschiedene Küsten und Inselökosysteme ab. Großflächige Laubwaldgebiete sind noch nicht als Nationalpark geschützt.

Der neue Laubwaldnationalpark soll in einem Gebiet beidseits der Grenze zwischen den französichen Regionen Champagne-Ardennes und Bourgogne entstehen. Daher kommt der Arbeitstitel des Nationalparks "parc national entre Champagne et Bourgogne". Die betroffenen Departements sind Cote d`Or und Haute-Marne. Die Höhenlage des Gebiets ist zwischen 230 und 460 Meter.

Montag, 21. Juni 2010

Sonderschutzgebiete in Österreich

Die Schutzgebietskategorie "Sonderschutzgebiet" gibt es in drei Bundesländern von Österreich. Dabei wird diese Kategorie in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich angewandt. Im Bundesland Tirol ist das Sonderschutzgebiet eine eigenständige Schutzgebietskategorie. In den Bundesländern Kärnten und Salzburg gibt es das Sonderschutzgebiet nur im Zusammenhang mit dem Nationalpark Hohe Tauern, der in die Kategorien Kernzone, Außenzone und Sonderschutzgebiet eingeteilt wird.

Die Schutzgebietskategorie des Sonderschutzgebiets kann (aber nicht: muss) der IUCN-Schutzgebietskategorie Ia (strict nature reserve / wilderness area) entsprechen. Zu wünschen wäre, dass die Zahl und Flächengröße der Sonderschutzgebiete in den österreichischen Alpen in der Zukunft weiter zunimmt.  

Freitag, 18. Juni 2010

Österreich besitzt 200 Naturwaldreservate

Mit der Ausweisung gleich drei neuer Naturwaldreservate in den Bundesländern Burgenland, Oberösterreich und Steiermark am 13. Mai 2010 gibt es in Österreich nun 200 Naturwaldreservate. Die von den Naturwaldreservaten bedeckte Fläche hat nun 8.600 Hektar erreicht, das ist ein Durchschnitt von 43 Hektar pro Naturwaldreservat.

Positiv zu bewerten ist die große Zahl der Naturwaldreservate. Österreich ist damit dem Ziel schon relativ nahe gekommen, alle Waldgesellschaften des Landes durch mindestens ein Naturwaldreservat abzudecken. Weniger positiv ist die relativ kleine durchschnittliche Größe der Naturwaldreservate. Denn Fachleute halten eine Mindestgröße von 100 Hektar für ein Naturwaldreservat für erforderlich. Nur so kann sich die volle biologische Vielfalt im jeweiligen Biotop entwickeln.

Sonntag, 13. Juni 2010

Neue Liste der FFH-Gebiete der kontinentalen biogeographischen Region


Mit Datum vom 22. Dezember 2009 hat die EU bereits die dritte aktualisierte Liste der FFH-Gebiete der kontinentalen biogeographischen Region veröffentlicht. Die FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiete sind ein Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Die einzelnen FFH-Gebiete werden unter neun biogeographischen Regionen zusammengefasst. Eine der neun Regionen ist die kontinentale biogeographische Region.

Die Lage der kontinentalen biogeographischen Region innerhalb EU-Europas lässt sich ungefähr wie folgt beschreiben: Das größte Teilgebiet erstreckt sich in einem Bereich nordwestlich und nördlich der Alpen vom oberen Rhone- und Loiretal bis zur Elbe und zur Ostseeküste. Ein weiterer Teil der kontinentalen biogeographischen Region befindet sich in der Poebene bis zur nördlichen Adria und mit einem schmalen Streifen am Osten der Alpen entlang. Der dritte Bereich befindet sich östlich des Balkans sowie nördlich und südlich des Unterlaufs der Donau. 

Donnerstag, 10. Juni 2010

Neue Biosphärenreservate für Europa

Vom 31. Mai bis 4. Juni 2010 fand die 22. Sitzung des Unesco-MAB-Kommitees (Kommitee Biosphärenreservate) beim Sitz der Unesco in Paris statt. Als ein Ergebnis der 22. Sitzung gibt es Veränderungen bei verschiedenen Biosphärenreservaten weltweit. Es wurden neue Biosphärenreservate ausgewiesen. Einige bestehende Biosphärenreservate wurden vergrößert. Und es gab auch die Aufhebung von zwei Biosphärenreservaten, die sich nicht mit den neuen Bestimmungen der Sevilla-Strategie zu den Biosphärenreservaten in Einklang bringen ließen.

Schauen wir einmal, was die 22. Sitzung des Unesco-MAB-Kommitees für Europa gebracht hat.

Montag, 7. Juni 2010

Jetzt acht Naturparks in Rheinland Pfalz

Am 31. Mai 2010 hat das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz den achten Naturpark, den Naturpark Vulkaneifel eingeweiht. Dies soll Anlass sein, in diesem Blog einige Daten und Fakten zu den Naturparks von Rheinland-Pfalz aufzulisten.

Die bisherigen sieben Naturparks von Rheinland-Pfalz sind:
  • Naturpark Rhein-Westerwald, Größe: 446 km², Gründung: 1962
  • Naturpark Nassau, Größe: 590 km², Gründung: 1963, Erweiterung 1979
  • Naturpark Hohes Venn - Eifel, Größe: 2.680 km², Gründung: 1960, Zusammenlegung mit belgischem Naturpark 1971
  • Naturpark Südeifel, Größe: 440 km², Gründung: 1964
  • Naturpark Soonwald-Nahe, Größe: 736 km², Gründung: 2005
  • Naturpark Saar-Hunsrück, Größe: 2.055 km², Gründung: 1980
  • Naturpark Pfälzer Wald, Größe: 1.790 km², Gründung: 1958
 Neu hinzugekommen ist nun
  • Naturpark Vulkaneifel, Größe: 1.000 km², Gründung: 2010

Donnerstag, 3. Juni 2010

Nationalparks in Griechenland


Griechenland hat zur Zeit 10 Nationalparks und 2 Meeresnationalparks.

Nachfolgend sind die einzelnen Nationalparks aufgelistet mit dem Jahr der Ausweisung und der Fläche:
1. Ainos, 1962, 2.862 Hektar
2. Oiti, 1966, 7.210 Hektar
3. Olympos, 1038, 3.988 Hektar
4. Parnassos, 1938, 3.513 Hektar
5. Parnitha, 1961, 3.812 Hektar
6. Pindos, 1966, 6.927 Hektar
7. Prespes, 1974, 19.470 Hektar
8. Samaria, 1962, 4.850 Hektar
9. Souino, 1974, 3.500 Hektar
10. Vikos-Aoos, 1973, 12.600 Hektar

Dies sind die beiden Meeres-Nationalparks:
1. Alonissos-Nördliche Sporaden, 1992, 208.713 Hektar
2. Zakynthos, 1999, 13.500 Hektar

Montag, 31. Mai 2010

Oeschinensee im Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn


Der Oeschinensee oberhalb von Kandersteg im Berner Oberland gehört zu den größeren Alpenseen der Schweiz und zu den schönstgelegenen Seen der Alpen. Der 1,5 km² große und bis 56 m tiefe See mit seiner Bergumrahmung gehört seit dem Jahr 2007 zum Unesco-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn. Dieses im Jahr 2001 durch die Unesco anerkannte Gebiet wurde im Jahr 2007 nach Westen und nach Osten hin vergrößert. Dadurch wurde auch der Oeschinensee Bestandteil des Welterbes.

Das Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn umfasst wesentliche Teile der Berner Alpen. Dieses Gebirge gehört ohne Zweifel zu den imposantesten Hochgebirgsregionen der Welt. Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist zur Zeit das höchstgelegene Unesco-Welterbegebiet Europas (ohne Kaukasus). Immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerät hierbei der Umstand, dass der höchste Berg der Alpen und der EU, der Mont Blanc, noch keinerlei Schutzstatus genießt. Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen kämpfen seit Jahren um eine Unterschutzstellung des Mont Blanc - Gebiets, bisher allerdings mit wenig Erfolg.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Bundesland Brandenburg bei Strategien für Wildnis vorn

Die Bundesregierung hat in einer Selbstverpflichtung im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie festgelegt, dass bis zum Jahr 2020 zwei Prozent der Fläche Deutschlands Wildnisgebiet bzw. Wildnisentwicklungsgebiet sein sollen. Davon sind selbstverständlich in erster Linie die Bundesländer betroffen, die die erforderlichen Maßnahmen umsetzen müssen.

In vielen Bundesländern ist das Thema Wildnis bisher überhaupt noch nicht in der öffentlichen Diskussion bzw. im staatlichen Handeln präsent. Namen von Ländern will ich jetzt erst mal nicht nennen. Aber dazu gehören die schon bekannten Sorgenkinder, die zum Beispiel auch bei der Ausweisung der Schutzgebiete des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 eine Bremserrolle eingenommen haben und entsprechende Schutzgebiete erst mit vieljähriger Verspätung verordnet haben.

Ganz anders verhält es sich beim Thema Wildnis im Bundesland Brandenburg. Die brandenburgische Umweltministerin hat jetzt bei der Wildniskonferenz in Potsdam angekündigt, dass in Brandenburg insgesamt 60.000 Hektar Fläche bis zum Jahr 2020 Wildnis werden sollen. Damit würde Brandenburg das Zwei-Prozent-Ziel erfüllen. Diese Ankündigung beinhaltet durchaus ein ehrgeiziges Ziel, denn aktuell sind lediglich 22.000 Hektar Fläche in Brandenburg frei von menschlicher Einflussnahme.

Potsdamer Resolution Wildnis verabschiedet

Noch spielt der Begriff der Wildnis in Deutschland kaum eine Rolle. Viele andere Länder sowie auch die zuständigen internationalen Organisationen sind da schon viel weiter.

Ein kleiner Schritt hin zu einer besseren Wahrnehmung der Wildnis sowie der Notwendigkeit von Wildnis in der deutschen Öffentlichkeit könnte die am 17. Mai 2010 anlässlich der Wildniskonferenz in Potsdam verabschiedete "Potsdamer Resolution Wildnis" sein. Hinter dieser Resolution stehen alle in Deutschland tätigen Naturschutzorganisationen wie zum Beispiel Umweltstiftung WWF Deutschland, NABU, Heinz-Sielmann-Stiftung, EUROPARC Deutschland e.V., EuroNatur, Deutscher Naturschutzring e.V., Deutsche Umwelthilfe e.V., Bundesverband Deutscher Stiftungen: Arbeitskreis Umwelt, Natur, Gesundheit sowie der BUND.

Die Resolution umfasst verschiedene Thesen zu den Themen: 
Warum brauchen wir Wildnis in Deutschland?
Ziele
Maßnahmen
Forderungen

Die Resolution unterstützt mit Nachdruck das Ziel der Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2020 mindestens zwei Prozent der Fläche Deutschlands Wildnis bzw. Wildnisentwicklungsgebiet werden. Dies erfordert eine umfangreiche Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung zum Thema Wildnis sowie organisatorische und legislative Vorbereitungen.

Sonntag, 23. Mai 2010

FFH-Gebiet Kournas-See auf der Insel Kreta


Der Kournas-See ist der einzige natürliche Süßwassersee der griechischen Insel Kreta. Der See mit einem Durchmesser von 1,5 Kilometern und einer größten Tiefe von 45 Metern befindet sich nur ca. 4 Kilometer von der Küste des Kretischen Meeres (Nordküste Kretas) beim Ort Georgioupoli entfernt.  

Das Süßwasser gelangt über kalte unterirdische Quellen in den See. Trotz der vor allem sommerlichen Trockenheit gibt es auf der Insel Kreta große natürliche unterirdische Wasserspeicher im Kalkgestein. Der Abfluss des Sees mündet bei Georgioupoli ins Meer. Das gesamte Süßwassersystem mit den Quellen, dem Kournas-See, den fließenden Wassern und Mündungsbereichen am Meer gehört zu den bedeutendsten des östlichen Mittelmeerraums.

Freitag, 14. Mai 2010

Naturwaldreservat Pitzeklamm in Tirol


Die Pitze ist ein Seitenfluss des Inns. Sie entwässert das Pitztal in den Ötztaler Alpen im österreichischen Bundesland Tirol. Kurz vor der Mündung in den Inn hat die Pitze eine Klamm (Schlucht) gegraben. Die Wälder an den steilen Hängen der Schlucht wurden als Naturwaldreservat unter Schutz gestellt.

Das  8,94 Hektar große Naturwaldreservat Pitzeklamm I befindet sich am rechten (östlichen) Steilhang der Pitzeklamm. Das 10,51 Hektar große Naturwaldreservat Pitzeklamm II deckt die Wälder am linken (westlichen) Rand der Pitzeklamm ab.  

Gemäß der Beschreibung auf der Tiroler Regierungsseite im Internet beinhaltet das Naturwaldreservat Pitzeklamm seltene und artenreiche Schluchtwaldgesellschaften mit inneralpinen Laubwaldresten in verschiedenen Sukzessionsstadien. Ein Vorkommen hat auch der als submediterranes Gewächs geltende Blasenstrauch.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Die letzten Urwälder Europas auf ARTE

Der Fernsehsender ARTE zeigt in einer fünfteiligen Serie die letzten Urwälder Europas. Diese Serie kommt gerade zur rechten Zeit. Denn Wildnis und Urwälder sind in Europa gerade topaktuell. Das europäische Parlament hat im Jahr 2009 mit überwältigender Mehrheit die Ausweisung von Wildnisgebieten für Europa gefordert. Die Bundesregierung hat in ihrer Biodiversitätsstrategie festgelegt, dass bis zum Jahr 2020 zwei Prozent der Fläche des Landes als Wildnis ausgewiesen sein sollen. Und das Jahr 2010 ist das internationale Jahr der Biodiversität.

Hier die einzelnen Sendezeiten:

Montag, 17. Mai 2010, 19.30 Uhr mit Wiederholung 24. Mai 2010, 14.00 Uhr
Europas Urwälder, Unberührtes Lappland 

Dienstag, 18. Mai 2010, 19.30 Uhr mit Wiederholung 25. Mai 2010, 14.00 Uhr
Europas Urwälder, Bayerns neue Wildnis

Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.30 Uhr mit Wiederholung 26. Mai 2010, 14.00 Uhr
Europas Urwälder, Bialowieza - Heimat der Wisente

Donnerstag, 20. Mai 2010, 19.30 Uhr mit Wiederholung 27. Mai 2010, 14.00 Uhr
Europas Urwälder, Wilde Karpaten

Freitag, 21. Mai 2010, 19.30 Uhr mit Wiederholung 28. Mai 2010, 14.00 Uhr
Europas Urwälder, La Gomeras Nebelwald

Mittwoch, 12. Mai 2010

Italien`s Nationalparks in Zahlen


24 Nationalparks gibt es bereits in Italien. Sie umfassen ca. 8 Prozent der Landesfläche, eine für europäische Verhältnisse große Zahl. Hier ein paar weitere Zahlen und Fakten zu den Nationalparks in Italien:

Fläche
Der flächengrößte Nationalpark ist Cilento e Valle di Diano in der Region Kampanien mit einer Fläche von 1.810 km².
Der flächenkleinste Nationalpark ist Cinque Terre in der Region Ligurien mit einer Fläche von 38 km².

Montag, 10. Mai 2010

Nationales Naturmonument - neue Schutzgebietskategorie in Deutschland


Das neue Bundesnaturschutzgesetz in Deutschland vom 29. Juli 2009 schuf im Paragraphen 24 eine neue Schutzgebietskategorie, das Nationale Naturmonument. Darunter wird ein Gebiet verstanden, das von herausragender Bedeutung ist. Das kann aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulurhistorischen oder landeskundlichen Gründen oder wegen der Seltenheit, der Eigenart oder Schönheit des Gebiets sein.

Die neue Schutzgebietskategorie des Nationalen Naturmonuments gehört zur gleichen Gruppe von Schutzgebieten wie die Kategorie des Nationalparks, mit dem es im Paragraphen 24 zusammengefasst ist. Wie bei den Nationalparks darf ein Nationales Naturmonument nur im Benehmen mit den zuständigen Bundesministerien erklärt werden (Paragraph 22 (5)). Bei allen anderen Schutzgebietskategorien sind die Bundesländer und ihre Behörden alleine zuständig.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Netzwerk Schweizer Pärke

Beim Thema der National- und Naturparks hat die Schweiz im Vergleich mit den Nachbarländern einen großen Nachholbedarf. Bis vor wenigen Jahren gab es in der Schweiz nur einen Nationalpark, während in Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland jeweils Dutzende von National- und Naturparks ausgewiesen worden sind.

Die Aufholjagd der Schweiz in Sachen Parks (die Schweizer sagen: Pärke) hat jetzt aber begonnen. Voraussetzung waren die Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes und die neue Pärkeverordnung vom November 2007.

Dienstag, 4. Mai 2010

Dritte Liste der EU über die FFH-Gebiete der mediterranen biogeographischen Region


Im Dezember 2009 hat die EU die Listen der FFH-Gebiete von 6 der 9 biogeographischen Regionen überarbeitet, darunter auch die Liste der mediterranen biogeographischen Region.

Die FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) sind ein Teil des EU-Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Die Auflistung der FFH-Gebiete erfolgt in erster Ordnung nicht nach den Ländern, sondern nach den biogeographischen Regionen.

Zur mediterranen biogeographischen Region gehören die folgenden Länder:
Griechenland, Malta und Zypern vollständig
Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien (Gibraltar) teilweise

Die erste Liste der FFH-Gebiete der mediterranen biogeographischen Region wurde im Juli 2006 veröffentlicht. In dieser Liste waren aus Malta und Zypern noch keine Gebiete verzeichnet.

Freitag, 30. April 2010

PAN Parks - die einzige europaweite Wildnis-Organisation

Wildnis in Europa ist im Kommen. Wir stehen - was das Verständnis für die Notwendigkeit von Wildnis betrifft - in Europa am Beginn eines neues Zeitalters. Das EU-Parlament hat Anfang 2009 mit überwältigender Mehrheit (538 ja, 19 nein, 12 Enthaltungen) für eine zukünftige Wildnis-Konzeption in Europa gestimmt und die Ausweisung von Wildnisgebieten als unabdingbaren Bestandteil des Erhalts der Biodiversität bezeichnet. Das Thema wird in diesem Blog sicher in der nächsten Zeit einen immer größeren Raum einnehmen. Bald ist eine EU-Richtlinie zu erwarten, die die Mitgliedsstaaten zur Ausweisung von Wildnis-Gebieten verpflichtet.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht interessant, einmal einen Blick auf PAN Parks zu werfen, die einzige zur Zeit bestehende europaweite Organisation zur Förderung von Wildnisgebieten in Europa. 

Dienstag, 27. April 2010

Madeira`s Lorbeerurwald ist Kandidat für die 7 Naturwunder Portugals


Der Lorbeerurwald der Atlantikinsel Madeira ist unter den 21 Finalisten für die Wahl der 7 Naturwunder Portugals.

Im September 2010 werden die 7 Naturwunder Portugals gewählt. Anlass für die Wahl ist unter anderem das Jahr der Biodiversität 2010. Ab sofort kann jedermann im Internet aus 21 Finalisten den persönlichen Favoriten auswählen. Die Internetseite ist: http://www.7maravilhas.sapo.pt/ (portugiesische Sprache). 

Samstag, 24. April 2010

Zwei neue Naturwaldreservate in der Schweiz geplant

Die Schweiz hat beim Waldnaturschutz große Pläne. So ist mittelfristig geplant, dass 10 Prozent der Waldfläche der Schweiz als Naturwaldreservat ausgewiesen werden. Dort soll also die forstwirtschaftliche Nutzung eingestellt werden.

Im Vergleich zu den in Deutschland vorgegebenen Zielen wird somit in der Schweiz ein höherer Waldanteil als in Deutschland für den Naturschutz vorgehalten. Ein weiterer Unterschied zu Deutschland besteht darin, dass ein besonderer Wert in der Schweiz auch auf die Ausweisung großer Waldreservate von über 500 Hektar Größe gelegt wird. Dahinter stecken naturwissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen sich die volle biologische Vielfalt erst ab einer bestimmten Mindestgröße eines Waldreservats entwicklen kann. Zum Vergleich: im deutschen Bundesland Baden-Württemberg gibt es bis heute kein einziges Waldreservat von 500 Hektar oder mehr. Etwas merkwürdig ist aus deutscher Sicht, dass die Unterschutzstellung der Wälder in der Schweiz in vielen Fällen nur für einen bestimmten Zeitraum von zum Beispiel 50 Jahren erfolgt. Dies mag in der Praxis ohne konkrete Auswirkungen sein, denn nach dem Ablauf der Unterschutzstellungsfrist wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Verlängerung erfolgen. Für das Ziel Urwald angemessener wäre es jedoch, man würde von vornherein eine zeitlich unbegrenzte Unterschutzstellung anstreben. Denn Urwälder benötigen bis zur vollen Entwicklung einen Zeitraum von bis zu 300 Jahren.

Dienstag, 20. April 2010

Verordnung über FFH-Gebiete der Kanaren in Kraft

Mit der Verordnung vom 29. Dezember 2009 hat die Regierung der Kanaren eine Sammelverordnung über alle FFH-Gebiete der Inselgruppe in Kraft gesetzt. Die FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) sind ein Bestandteil des EU-Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Die einzelnen Mitgliedsstaaten müssen die jeweiligen Gebiete gesetzlich schützen.

Die Verordnung ist unter www.gobcan.es/boc/2010/007/001.html einzusehen. (gobcan = gobierno de canarias / Regierung der Kanaren, boc = boletin oficial de Canarias / Gesetzblatt der Kanaren). 

Die Verordnung ist eine wahre Fleißarbeit. Sie besteht aus 1.574 Seiten. Der Hauptteil der Verordnung umfasst die Anhänge 1 und 2, die man als pdf-Datei herunterladen kann.

Im Anhang 1 sind für jedes FFH-Gebiet auf einer DIN-A 4 Seite ein Kartenausschnitt sowie bestimmte Daten zu finden. Im Anhang 2 sind die Koordinaten der Umgrenzung des jeweiligen Gebiets aufgelistet. Für eine Information zu den Gebieten ist der Anhang 1 vollkommen ausreichend.

Als FFH-Gebiete sind vielfach Gebiete geschützt, die bereits seit längerem einen Schutzstatus haben. Dazu gehören zum Beispiel der Nationalpark Caldera de Taburiente auf der Insel La Palma, der Naturpark Tamadaba auf der Insel Gran Canaria oder der Nationalpark Timanfaya auf der Insel Lanzarote.