Donnerstag, 10. Dezember 2009

Deutsche Buchenwälder bei Unesco als Welt-Naturerbe angemeldet

Am 20. Oktober 2009 haben die deutschen Bundesländer Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen fünf deutsche Buchenwaldgebiete bei der Unesco als Kandidaten für das Welt-Naturerbe angemeldet. Die angemeldeten Gebiete sollen keine vollständig neue Unesco-Welterbestätte darstellen. Vielmehr sollen sie das bestehende Unesco-Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten" (Ukraine, Slowakei) ergänzen, das seit dem Jahr 2007 besteht.

Die Anmeldung der fünf Buchenwälder als Unesco-Weltnaturerbe erfolgt vor dem Hintergrund, dass Deutschland der Welt-Verbreitungsschwerpunkt der Rotbuche ist. Von daher hat Deutschland eine Verpflichtung, Schutzgebiete für die Rotbuche auszuweisen. Für die Anmeldung an die Unesco wurden diejenigen fünf Gebiete Deutschlands berücksichtigt, in denen die besten und natürlichsten Rotbuchenbestände vorkommen. Die fünf Gebiete bestehen jeweils aus einer Kernzone und einer Pufferzone.

Dies sind die fünf gemeldeten Gebiete:

Jasmund
Das Gebiet befindet sich innerhalb des Nationalparks Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern. Fläche: 492,5 Hektar, Pufferzone: 2510,5 Hektar, ohne wirtschaftliche Nutzung seit 1990

Serrahn
Das Gebiet befindet sich im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern.
Fläche: 268,1 Hektar, Pufferzone: 2568,0 Hektar, ohne wirtschaftliche Nutzung seit 1990

Grumsin
Das Gebiet befindet sich im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg.
Fläche: 590,1 Hektar, Pufferzone: 274,3 Hektar, ohne wirtschaftliche Nutzung seit 1990

Hainich
Das Gebiet befindet sich im Nationalpark Hainich in Thüringen.
Fläche: 1573,4 Hektar, Pufferzone: 4085,4 Hektar, ohne wirtschaftliche Nutzung seit 1997
(Der Nationalpark Hainich ist die zur Zeit größte Laubwald-Schutzfläche in Deutschland.)

Kellerwald
Das Gebiet befindet sich im Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen.
Fläche: 1467,1 Hektar, Pufferzone: 4257,9 Hektar, ohne wirtschaftliche Nutzung seit 1990 - 1997

Gesamtfläche: 4391,2 Hektar, zusätzlich Pufferzonen: 13696,1 Hektar, gesamt: 18087,3 Hektar

Die fünf gemeldeten Gebiete können nur der Anfang einer Entwicklung sein, die wesentlich mehr Waldfläche als heute in Deutschland aus der wirtschaftlichen Nutzung nimmt und wieder dem freien Spiel der Natur überlässt. Bis zum Jahr 2020 soll sich gemäß dem Bundesamt für Naturschutz die Natur auf 2 Prozent der Fläche in Deutschland wieder ohne Einwirkung des Menschen entwickeln können. Zudem soll auf 5 Prozent der Waldfläche wieder eine natürliche Entwicklung möglich sein. Bis es soweit ist, wird sicher noch viel Wiederstand vor Ort zu überwinden sein. 


Hier gibt es eine Übersicht über die Unesco-Weltnaturerbestätten in Europa. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Weltnaturerbestätten beschäftigen, verlinkt.

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