Samstag, 8. August 2009

Unesco-Weltnaturerbe in der Schweiz

Die Schweiz verfügt inzwischen über drei von der Unesco anerkannte Weltnaturerbestätten. Am bekanntesten dürfte sein:

Schweizer Alpen Jungfrau - Aletsch

Dieses Gebiet umfasst einen großen Teil der Berner Alpen. Darin eingeschlossen sind so bekannte Berge wie Eiger, Mönch, Jungfrau, Finsteraarhorn, Blümlisalp, Aletschhorn oder Bietschhorn. Bei den Berner Alpen handelt es sich um das Gebiet der Alpen mit der größten Vergletscherung. Der längste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, ist ein wichtiger Bestandteil des Gebiets. Schutzzweck ist die Erhaltung einer der großartigsten Hochgebirgslandschaften der Welt mit vielen Gletschern, Viertausendern und einer besonderen an die Bedingungen des Hochgebirges angepassten Flora und Fauna.

Hier einige Daten zum Gebiet:
  • territoriale Zugehörigkeit: Schweiz (Kantone Bern und Wallis)
  • Größe: 82400 Hektar
  • Anerkennung: 2001
  • Erweiterung: 2007
Weit weniger bekannt dürfte ein Gebiet in der Südschweiz sein, das allerdings eine wesentlich kleinere Fläche umfasst als das vorherige Gebiet:


Monte San Giorgio

Das Gebiet umfasst einen großen Teil des gleichnamigen Bergs, der sich unmittelbar beim Luganer See befindet. Der bewaldete Monte San Giorgio erreicht eine Höhe von 1096 Metern. Schutzzweck ist hier weniger der Berg und seine Vegetation. Vielmehr befindet sich der Grund für die Anerkennung als Welt-Naturerbe unter der Oberfläche. Das Gestein des Berges beinhaltet die weltweit besten Meeres - Fossilien aus der Trias (245 - 230 Millionen Jahre).
Die Schätze im Untergrund sind jedoch eine Gewähr, dass auch die Oberfläche des Berges mit seiner Flora und Fauna geschützt bleibt.

Hier einige Daten zum Gebiet:

  • territoriale Zugehörigkeit: Schweiz (Kanton Tessin)
  • Größe: 849 Hektar (+ 1389 Hektar Pufferzone)
  • Anerkennung: 2003
Das jüngste und möglicherweise noch weniger bekannte Gebiet ist das

tektonische Gebiet Sardona

Dieses Gebiet hat es in sich. Von den drei Welterbegebieten der Schweiz gibt es hier wohl noch die ursprünglichste Natur. Das Gebiet befindet sich in der Ostschweiz in den Glarner Alpen zwischen dem Alpenrheintal im Süden und dem Linthtal im Norden. In diesem Gebiet, das in weiten Bereichen über 3000 Meter hoch ist, kann der Aufbau der Gesteine und die Entstehung der Alpen besonders gut beobachtet werden. Zum ersten Mal hat dort ein Wissenschaftler festgestellt, dass sich eine jüngere Gesteinsschicht über einer älteren Schicht befindet. Das durfte nach damaligem Wissensstand eigentlich gar nicht sein. Denn bei der Ablagerung der Gesteine im Meer oder an Land sind stets die jüngeren Gesteine über den älteren. Das Rätsel wurde gelöst, indem die Theorie der Überschiebungen entwickelt wurde. Dies war der Schlüssel zum Verständnis der Entstehung und des Aufbaus der Alpen. Als Folge des Aufpralls der afrikanischen Kontinentalplatte auf die eurasische Platte wurden die Sedimentgesteine, die heute die Alpen bilden, nicht nur angehoben, schräggestellt und gefaltet. Es wurden auch die älteren, untenliegenden Schichten über die obenliegenden jüngeren Schichten gekippt, so dass die Lagerungsreihenfolge heute teilweise umgekehrt im Vergleich zu den Verhältnissen während der Ablagerung ist.

Hier einige Daten zum Gebiet:

  • territoriale Zugehörigkeit: Schweiz (Kantone Glarus und Graubünden)
  • Größe: 32850 Hektar
  • Anerkennung: 2008
Es ist zu hoffen, dass die genannten drei Gebiete nicht nur frei von Seilbahnen und Straßen gehalten werden, sondern dass sich dort auf längere Sicht auch die Natur ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln kann.

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